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Künstler

Kano Toshun Yoshinobu

Offizieller Hofmaler des Tokugawa-Shogunats, der als viertes Oberhaupt das Suruga-dai-Kanō-Haus erneuerte und Rinpa-Einflüsse einbrachte.
Detailansicht eines Gemäldes von Kanō Tōshun Yoshinobu mit weiß blühenden Gräsern auf goldfarbenem Grund.
Gemälde von Kanō Tōshun Yoshinobu (Detail)
Auf den Punkt gebracht
Kanō Tōshun Yoshinobu (狩野洞春美信, 1747–1797) war ein japanischer Hofmaler der Edo-Zeit und viertes Oberhaupt des Suruga-dai-Kanō-Hauses, das er nach dem frühen Tod seines Vaters erneuerte. Als führendes Haus der Omote-eshi malte er im Auftrag des Tokugawa-Shogunats, unter anderem diplomatische Geschenkschirme, und verband die Kanō-Tradition mit Techniken der Rinpa-Schule.

Kanō Tōshun Yoshinobu – Hofmaler der Edo-Zeit und Erneuerer des Suruga-dai-Kanō-Hauses

Kanō Tōshun Yoshinobu (狩野洞春美信) war ein japanischer Maler der Edo-Zeit, der im Jahr 1747 geboren wurde und 1797 verstarb. Er gehörte der berühmten Kanō-Schule an, genauer der Linie des sogenannten Edo-Kanō, und zählt zu den angesehenen offiziellen Hofmalern im Dienste des Tokugawa-Shogunats. Bei dem Namen Yoshinobu (美信) handelt es sich um seinen eigentlichen Namen (Imina), während Tōshun (洞春) sein Künstlername (Gō) war; aus der Verbindung beider Namen entstand die geläufige Bezeichnung Kanō Tōshun Yoshinobu. Sein Rufname war Sanshirō, ein weiterer Künstlername lautete Kōzensai.


Die Stellung des Suruga-dai-Kanō-Hauses

Kanō Tōshun Yoshinobu war das vierte Oberhaupt des Suruga-dai-Kanō-Hauses. Dieses Haus nahm innerhalb des komplexen Gefüges der shogunalen Hofmaler eine herausgehobene Position ein. Unter den offiziellen Malern des Tokugawa-Shogunats besaß das Suruga-dai-Kanō-Haus einen Rang, der unmittelbar nach den vier Häusern der Oku-eshi angesiedelt war, und galt als das führende Haus unter den sogenannten Omote-eshi. Diese Unterscheidung zwischen Oku-eshi und Omote-eshi spiegelte die strenge hierarchische Ordnung wider, mit der das Shogunat seine Hofmaler organisierte. Das Suruga-dai-Kanō-Haus führte dabei die Gruppe der Omote-eshi an und genoss entsprechend hohes Ansehen. Kanō Tōshun Yoshinobu wird darüber hinaus als Erneuerer beziehungsweise Wiederbegründer des Suruga-dai-Kanō-Hauses bezeichnet, was auf seine besondere Bedeutung für die Geschichte dieser Malerfamilie hinweist.


Werdegang und künstlerische Ausbildung

Der Lebensweg von Kanō Tōshun Yoshinobu war früh von einem einschneidenden Verlust geprägt. Er wurde als ältester Sohn von Kanō Gensen geboren. Im Jahr 1755, als er neun Jahre alt war, verstarb sein Vater, woraufhin er das Suruga-dai-Kanō-Haus übernahm. Da er für die Leitung des Hauses noch zu jung war und seinen Vater als unmittelbaren Lehrmeister verloren hatte, erhielt er seine künstlerische Ausbildung von einem anderen Meister. Er erlernte die Malerei bei Ishizato Tōshū, einem Schüler seines Vaters, der als in Edo stationierter Maler im Dienste des Fukuoka-Han (des Kuroda-Hauses) tätig war. Auf diese Weise blieb die künstlerische Kontinuität der Familientradition gewahrt, obwohl der direkte Faden zwischen Vater und Sohn früh abgerissen war.



Bedeutende Werke und höfische Aufträge

Im Laufe seiner Karriere wurde Kanō Tōshun Yoshinobu mit Aufträgen von hoher diplomatischer und repräsentativer Bedeutung betraut. Im Jahr 1764 schuf er ein Stellschirm-Paar (Byōbu), das als Geschenk für die koreanische Gesandtschaft, die Chōsen Tsūshinshi, bestimmt war. Solche diplomatischen Geschenke unterstrichen den hohen Stellenwert, den die Werke der Kanō-Maler im offiziellen Kulturaustausch der Edo-Zeit besaßen, und zeugen vom Vertrauen, das man dem Künstler entgegenbrachte. Im Jahr 1785 wurde ihm der buddhistisch geprägte Ehrenrang eines Hōgen verliehen, eine Auszeichnung, die in der traditionellen japanischen Kunstwelt herausragenden Künstlern vorbehalten war und seine Anerkennung als Meister seines Faches bestätigte.



Künstlerischer Stil und ästhetische Einflüsse

Der Stil von Kanō Tōshun Yoshinobu zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Offenheit gegenüber unterschiedlichen Maltraditionen aus. Während die Kanō-Schule traditionell für ihren von der chinesischen Malerei beeinflussten Stil bekannt war, ging Kanō Tōshun Yoshinobu darüber hinaus. Er führte die für die Rinpa-Schule charakteristische Technik des Tarashikomi in sein Werk ein, und auch seine Motive lassen den Einfluss der Rinpa-Tradition erkennen. Die Tarashikomi-Technik, bei der frische Tusche oder Farbe auf eine noch nicht getrocknete Schicht aufgetragen wird, um charakteristische, fließend ineinander übergehende Effekte zu erzeugen, gehört zu den ausdrucksstärksten Mitteln der japanischen Malerei. Zugleich wahrte er die überlieferten Methoden des großen Kanō-Meisters Tan'yū und studierte die Pinselführung des berühmten Tuschemalers Sesshū. Diese Verbindung der strengen Kanō-Tradition mit den dekorativen und lyrischen Qualitäten der Rinpa-Schule verleiht seinem Werk eine besondere Vielschichtigkeit. 



Familiäre Fortführung der Maltradition

Wie in der Kanō-Schule üblich, wurde die künstlerische Tradition innerhalb der Familie über die Generationen weitergegeben. Sein Sohn war Kanō Tōhaku Chikanobu, der als fünftes Oberhaupt das Suruga-dai-Kanō-Haus fortführte. Damit fügt sich Kanō Tōshun Yoshinobu in die lange dynastische Kette der Kanō-Maler ein, deren Stärke gerade in der kontinuierlichen Weitergabe von Wissen, Technik und Stil über viele Generationen hinweg lag. Als Brückenfigur seiner Familie, die er nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm und zu neuer Blüte führte, nimmt er einen festen Platz in der Geschichte der japanischen Hofmalerei der Edo-Zeit ein.

Werke von Kano Toshun Yoshinobu