Hirose Hakuen (広瀬柏園): Malerei im Umkreis des Miidera
Hirose Hakuen (広瀬柏園) war ein japanischer Maler der Edo-Zeit. Überliefert ist seine Verbindung zur Provinz Ōmi am Biwa-See und zum Enman-in, einem Untertempel des Miidera bei Ōtsu. Seine Arbeiten sind Rollbilder mit Blumen- und Vogelmotiven.
Nicht zu verwechseln mit Hirose Tōhō
Zwei Maler namens Hirose sind auseinanderzuhalten: Hirose Tōhō war ein Blumen- und Vogelmaler der Meiji- und Taishō-Zeit aus Kōchi und Schüler Araki Kanpōs. Mit Hakuen, der rund ein Jahrhundert früher in Ōmi wirkte, hat er nichts gemein. Die Künstlernamen unterscheiden sich in den Schriftzeichen deutlich – 柏園 gegenüber 東畝.
Der Miidera und die Provinz Ōmi
Der Miidera, eigentlich Onjō-ji, liegt am Südwestufer des Biwa-Sees und zählt zu den ältesten und einflussreichsten Klöstern Japans. Seine Untertempel unterhielten eigene Beziehungen zu Malern, Kalligrafen und Handwerkern – für einen Maler der Edo-Zeit bedeutete eine solche Anbindung Auftraggeber und Ansehen zugleich. Ōmi war zudem als Durchgangsland zwischen Kyōto und dem Osten wirtschaftlich stark und brachte eine eigene regionale Kunstlandschaft hervor.
Der Vogel im Kirschblütenzweig
Ein singender Vogel im blühenden Kirschzweig gehört zu den ältesten Motivpaaren der ostasiatischen Malerei und setzt das Bild eindeutig ins Frühjahr. Die Herausforderung liegt in der Blüte: Fünf Blütenblätter, dünn und leicht durchscheinend, verlangen einen Farbauftrag, der den Seidengrund noch durchscheinen lässt, während der Vogel Dichte und Volumen braucht. An diesem Gegensatz lässt sich die Sicherheit einer Hand gut ablesen.