Yamamoto Baiitsu
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Yamamoto Baiitsu (山本梅逸): führender Nanga-Maler der Provinz Owari
Yamamoto Baiitsu (山本梅逸, 1783–1856) war ein japanischer Maler der Nanga-Richtung (南画), der japanischen Literatenmalerei. Er wurde 1783 in Nagoya geboren und starb dort 1856 im Alter von 75 Jahren. In der japanischen Kunstgeschichte gilt er als der repräsentative Nanga-Maler der Provinz Owari, jener Region um Nagoya, die im 19. Jahrhundert ein eigenes Zentrum der Literatenmalerei bildete.
Ausbildung in Nagoya und der Zugang zur chinesischen Malerei
Baiitsu erhielt seine erste Unterweisung bei dem Nagoyaer Maler Yamamoto Rantei, der sein Talent erkannte und ihn an Zhang Yuejiao (張月樵) weiterverwies. Entscheidend für seine Entwicklung wurde jedoch der Kaufmann und Sammler Kamiya Tenyū (神谷天遊), der ihm seine Sammlung chinesischer Malerei öffnete. Das unmittelbare Studium an Originalen der Ming- und Qing-Zeit prägte sein Werk dauerhaft – ein Zugang, den die meisten japanischen Maler jener Zeit nicht hatten und der sie auf Holzschnittvorlagen und Kopien verwies. Im Hause Tenyū begegnete Baiitsu auch Nakabayashi Chikutō (中林竹洞), der sieben Jahre älter war; die beiden verband eine lebenslange Freundschaft, und die Literatur nennt sie meist gemeinsam.
Zwischen Literatenmalerei und Shijō-Naturbeobachtung: Baiitsus Bildsprache
Baiitsus Malerei verbindet zwei Stränge, die sonst getrennt verlaufen: die Formensprache der chinesischen Literatenmalerei und die genaue Naturbeobachtung der Maruyama-Shijō-Richtung. Daraus entsteht ein Stil von auffälliger Feingliedrigkeit und Eleganz, der sich besonders in der Blumen- und Vogelmalerei (Kachō-ga) entfaltet. Auch seine Landschaften folgen chinesischen Vorbildern, ohne in bloßes Zitieren zu verfallen.
Zu den bekannten Arbeiten zählen der Stellschirm mit roten und weißen Pflaumenblüten (1819), eine Leopardendarstellung (1830), der Stellschirm mit Arashiyama und Takao (1832), ein blühender Pflaumenbaum (1834) sowie ein Blumen- und Vogel-Stellschirm der vier Jahreszeiten (1847).
Namensformen: 梅佚, 梅逸 und die Gō des Malers
Sein Rufname war Ryō (亮), förmlich Shinryō (親亮), sein Azana lautete Meikei (明卿). Als Künstlernamen verwendete er nacheinander Shun'en (春園), Chikugan (竹厳) und schließlich Baiitsu, wobei die Schreibung zunächst 梅佚, später 梅逸 lautete. Im Alter kamen weitere Gō hinzu, darunter Baika Dōjin (梅華道人). Für den Abgleich einer Signatur ist diese Abfolge wesentlich: Dasselbe Werk kann je nach Entstehungszeit unterschiedlich gezeichnet sein.
Reiher und Chrysantheme: ein Herbstbild
Die Chrysantheme öffnet sich im neunten Monat und gilt als letzte der Blumen vor dem Winter; zusammen mit einem Reiher am Fels ergibt sie eines der ruhigsten Herbstmotive der japanischen Malerei. Der Reiz liegt im Materialkontrast: das aufgestellte Gefieder gegen die dicht gefüllte Blüte, die harte Kante des Steins gegen beides. Ob ein solches Bild auf Seide oder auf Papier ausgeführt ist, verändert seine Wirkung: Seide trägt feine Farbabstufungen weicher, Papier lässt den Pinselstrich schärfer stehen. Beide Bildgründe sind in der Nanga-Tradition gebräuchlich. Japanische Rollbilder dieser Gattung sind bei Densho in wechselnder Auswahl zu finden.