Kō Sūkoku
Inhaltsverzeichnis
Kō Sūkoku (高嵩谷): Maler der Hanabusa-Schule im Edo des 18. Jahrhunderts
Kō Sūkoku (高嵩谷, 1730–1804) war ein japanischer Maler der mittleren Edo-Zeit. Er stammte aus der Familie Takaku und trug den Rufnamen Kazuo (一雄). Sein Leben verbrachte er in Edo, wo er im Viertel Ryōgoku Yagenbori wohnte – einem dicht bebauten Handwerker- und Vergnügungsquartier am Sumida-Fluss. Er starb 1804 im Alter von 75 Jahren und wurde im Saifuku-ji in Kuramae bestattet, im heutigen Bezirk Taitō.
In der Nachfolge Hanabusa Itchōs: Ausbildung und Schulzugehörigkeit
Sūkoku lernte bei Sawaki Sūshi und gehört damit zur Eiga-Schule (英派), die auf Hanabusa Itchō zurückgeht. Itchō hatte im späten 17. Jahrhundert eine Malweise entwickelt, die sich von der höfisch-strengen Kanō-Manier löste und Alltagsszenen mit lockerem, erzählfreudigem Pinsel behandelte. Diese Haltung gab Sūkoku weiter: Ab der Meiwa-Zeit wurde er vor allem für seine ungezwungenen Handmalereien (Nikuhitsu-ga) und für Schauspielerbilder bekannt.
Schreibvarianten und Künstlernamen
Der Name erscheint im Kunsthandel in mehreren Umschriften – Kō Sūkoku, Kōsūkoku oder zusammengeschrieben Kosukoku –, weil die Trennung zwischen Familiennamen und Gō nicht immer nachvollzogen wird. Alle Formen meinen dieselbe Person. Daneben führte Sūkoku eine ganze Reihe von Künstlernamen: Sūkoku (嵩谷), Toryō-ō (屠龍翁), Toryōsai (屠龍斎), Rakushisai (楽只斎), Korensha (湖蓮舎) und Suiundō (翠雲堂).
Erhaltene Hauptwerke und die Schule Sūkokus
Zu seinen bekanntesten erhaltenen Arbeiten zählen die Ansicht des westlichen Zugangs zur Ryōgoku-Brücke von 1789 im Edo-Tokyo-Museum, ein Stellschirm mit einer Regenunterstandsszene im Suntory Museum of Art und eine Darstellung des Konfuzius mit dem Kippgefäß an der Kunsthochschule Tōkyō. Sūkoku gab seine Malweise an eine ganze Reihe von Nachfolgern weiter: an seinen Sohn Kō Sūgaku, seinen Adoptivsohn Kō Sūkei sowie an Schüler, deren Namen sämtlich das Zeichen 嵩 tragen – Sūgetsu, Sūshō, Sūun und Sūtō.
Erzählende Figurenbilder im Tokonoma
Anders als ein Blumen- und Vogelbild will eine Figurenszene gelesen werden. Zwei Reiter, die sich am Flussufer begegnen, ein Mond über Trauerweiden, eine Gestalt aus der klassischen Überlieferung: Solche Rollbilder setzen voraus, dass der Betrachter die Geschichte kennt oder nach ihr fragt — und wurden entsprechend dort aufgehängt, wo Gäste empfangen wurden. Die Hanabusa-Tradition hat diese Gattung besonders gepflegt und ihr den lockeren, unpathetischen Ton gegeben, der sie von der strengeren Kanō-Figurenmalerei unterscheidet. Wer japanische Rollbilder mit erzählendem Inhalt sucht, wird bei Densho in dieser Gruppe fündig.