Mōri Baiyū
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Mōri Baiyū (毛利梅友): Literatenmaler in Nagoya
Mōri Baiyū (毛利梅友, 1871–1953) war ein japanischer Maler der Nanga-Richtung und wirkte in Nagoya – einem der Zentren, in denen sich die Literatenmalerei bis weit ins 20. Jahrhundert hielt. Die Provinz Owari um Nagoya hatte bereits im 19. Jahrhundert mit Malern wie Yamamoto Baiitsu und Nakabayashi Chikutō eine eigenständige Nanga-Tradition ausgebildet, an die Baiyūs Generation anschließen konnte.
Baiyū, Baitomo oder Umetomo? Zur Lesung des Künstlernamens
Der Künstlername 梅友 wird Baiyū gelesen. Daneben sind die Formen Baitomo und Umetomo im Umlauf, die sich aus abweichenden Lesungen derselben beiden Zeichen ergeben. Alle drei bezeichnen denselben Maler. Das Zeichen 梅 steht für die Pflaume – ein Hinweis auf das Motiv, das sein Werk durchzieht.
Ausbildung und Verbandsarbeit
Baiyū lernte bei Mizutani Seikoku und bei Tanomura Chokunyū, einem der führenden Literatenmaler der Meiji-Zeit und Nachfolger Tanomura Chikudens. Er gehörte der Tōkai-Kunstgesellschaft an und gründete die Japanische Zentralgesellschaft für Nanshū-Malerei. Solche Vereinsgründungen waren für die Nanga jener Jahre wesentlich: Da die Literatenmalerei im staatlich geförderten Ausstellungsbetrieb wenig Platz fand, schufen ihre Vertreter sich eigene Foren für Ausstellungen und Nachwuchsförderung.
Pflaumenblüte im Mondlicht
Pflaume und Mond bilden ein Motivpaar, das die Literatenmalerei von der chinesischen Dichtung übernommen hat. Die Pflaume blüht am kahlen Zweig, während es noch kalt ist; der Mond gibt der Szene ihre Stunde und ihre Kühle. Malerisch entsteht die Wirkung fast ohne Farbe: Die Blüten bleiben als weiße Aussparungen stehen, der Mond wird nicht gemalt, sondern durch einen lasierten Hof um ihn herum sichtbar gemacht. Auf Seide gelingt das besser als auf Papier, weil der Grund die dünnen Lasuren gleichmäßiger annimmt. Ein solches Kakemono gehört in die Wochen vor dem Frühlingsbeginn.