Kachō-ga
花鳥画
Kachō-ga (花鳥画, „Blumen-Vogel-Bild“) ist die japanische Gattung der Blumen- und Vogelmalerei, in der Pflanzen, Vögel und Insekten meist in einem knapp angedeuteten Naturausschnitt erscheinen. Die Gattung stammt aus der chinesischen Malerei und wurde in Japan von nahezu allen Schulen gepflegt; Araki Kanpō (1831–1915) gilt als einer ihrer bedeutendsten Vertreter der Meiji-Zeit. Kachō-ga verbindet genaue Naturbeobachtung mit einem klaren jahreszeitlichen Bezug, weshalb solche Rollbilder traditionell passend zur Saison gehängt werden. Anders als die Landschaftsmalerei Sansui, die den Blick in die Ferne führt, arbeitet Kachō-ga im Nahbereich und lebt vom einzelnen, genau beobachteten Detail.
Auch: Kachoga, Kacho-ga, Kachōga, Blumen-Vogel-Bild, Blumen- und Vogelmalerei
Kaisho
楷書
Kaisho (楷書) ist die Regelschrift der japanischen Kalligrafie: Jeder Strich wird einzeln gesetzt, sauber abgesetzt und in vorgeschriebener Reihenfolge ausgeführt, sodass die Zeichen klar und gut lesbar bleiben. Sie gilt als Grundlage der Kalligrafieausbildung, weil sich Aufbau und Proportion eines Zeichens in ihr am deutlichsten zeigen, und dient zugleich als Vorbild gedruckter Schrifttypen. Innerhalb der fünf klassischen Stile steht Kaisho zwischen der älteren Kanzleischrift Reisho und den verbundenen Formen: Gegenüber der halbkursiven Gyōsho und der stark abgekürzten Sōsho bleibt sie streng und ruhig. Sutren-Abschriften werden häufig in Kaisho ausgeführt.
Auch: Kaisho-tai, Regelschrift, Standardschrift, Kaisho-Stil
Kakehimo
掛緒
Das Kakehimo (掛緒) ist die Aufhängeschnur eines japanischen Rollbilds. Sie ist über zwei Metallringe an der schmalen oberen Leiste befestigt und wird beim Aufhängen über den Wandhaken gelegt – und zwar solange das Bild noch vollständig aufgerollt ist, denn erst danach lässt man die Bahn langsam nach unten abrollen. Beim Abhängen kehrt sich die Reihenfolge um: erst aufrollen, dann abnehmen, anschließend die Schnur ordentlich um die Rolle legen und mit dem Bindeband sichern. Fest genug, dass nichts aufgeht, aber nicht so straff, dass sich das Band in die Seide eindrückt.
Auch: Kake-himo, Aufhängeschnur, Aufhängekordel, Rollbildschnur
Kakejiku
掛軸
Ein Kakejiku (掛軸) ist ein japanisches Hängerollbild, also eine auf Papier oder Seide ausgeführte Malerei oder Kalligrafie, die in eine Stoffeinfassung montiert und um einen unteren Rundstab aufgerollt wird. Wörtlich heißt der Begriff „hängende Rolle“ beziehungsweise „hängende Achse“ und betont damit gerade die bewegliche Konstruktion aus Stäben, Brokatbahnen und Aufhängeschnur. Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnen Kakejiku und Kakemono (掛物) weitgehend dasselbe. Kakemono ist dabei der allgemeinere Ausdruck für ein hängendes Werk, Kakejiku der fachlich engere für die montierte Rolle; in der Praxis werden beide meist synonym verwendet.
Auch: Kakemono, Kake-jiku, japanische Hängerolle, Kakejiku Rollbild
Kakemono
掛物
Ein Kakemono (掛物) ist ein japanisches Rollbild: eine Malerei oder Kalligrafie auf Papier oder Seide, umgeben von einer Einfassung aus Seidenbrokat, oben abgeschlossen von einer schmalen Leiste und unten von einem schwereren Rundstab, um den sich die Bahn aufrollen lässt. Anders als ein gerahmtes Bild hängt es nicht dauerhaft an der Wand, sondern wird zum Anlass oder zur Jahreszeit hervorgeholt – traditionell im Tokonoma – und danach wieder in seiner Holzbox verwahrt. Der Begriff bedeutet wörtlich „hängende Sache“ und wird heute weitgehend gleichbedeutend mit Kakejiku (掛軸) verwendet, das stärker die rollbare Form mit Stäben betont.
Auch: Kakejiku, Rollbild, Hängerollbild, Hängerolle, japanisches Rollbild
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Kakiemon
柿右衛門
Kakiemon ist ein Dekorstil des japanischen Porzellans aus Arita in der Präfektur Saga, benannt nach der Töpferfamilie Sakaida Kakiemon, die ihn in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ausbildete. Grundlage ist der Nigoshide genannte Scherben, ein warmes, an Reiswaschwasser erinnerndes Milchweiß. Darauf sitzt eine Aufglasurmalerei in warmen Rot- und Orangetönen, Gelb, Grün und Blau, die asymmetrisch angeordnet ist und große Flächen bewusst frei lässt; Unterglasurblau fehlt in der Regel, der Rand trägt oft einen eisenbraunen Streifen. Anders als das dicht bemalte Imari-Dekor lebt Kakiemon vom freigelassenen Weiß. 1971 wurde die Nigoshide-Technik als wichtiges immaterielles Kulturgut Japans anerkannt.
Auch: Kakiemon-yaki, Kakiemon-Stil, Kakiemon-Porzellan, Nigoshide
Kakihan
花押
Ein Kakihan ist ein handschriftliches Monogramm, das aus dem Namen seines Trägers entwickelt und in einem einzigen Zug mit dem Pinsel geschrieben wird. Man findet es vor allem im Hakogaki, der Beschriftung einer Holzbox, meist unter oder neben dem Künstlernamen, wo es die Stelle eines Siegels einnimmt. Anders als ein Hanko braucht es kein Werkzeug: Es ist gezeichnet, nicht gedruckt, und fällt deshalb bei jedem Schreiben minimal anders aus. Historisch geht die Form auf mittelalterliche Urkunden zurück, in denen sie die Unterschrift ersetzte. Für die Zuordnung eines Stücks ist ein Kakihan ein Hinweis unter mehreren, kein Echtheitsbeweis.
Auch: Kaō, Pinselmonogramm, Handzeichen, Handschriftliches Siegel
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Kama
釜
Ein Kama (釜) ist der gusseiserne Wasserkessel der japanischen Teezeremonie, in dem das Wasser für den Matcha erhitzt und über die gesamte Zusammenkunft hinweg heiß gehalten wird; genauer heißt er Chagama, Teekessel. Je nach Jahreszeit steht er auf dem tragbaren Kohlebecken Furo oder über der in den Boden eingelassenen Feuerstelle Ro; seitlich sitzen zwei Ösen für abnehmbare Traggriffe. Als Zentren des Kesselgusses gelten seit dem 15. Jahrhundert Ashiya in der heutigen Präfektur Fukuoka, Tenmyō im heutigen Sano sowie Kyōto. Nicht zu verwechseln ist 釜 mit dem gleich ausgesprochenen 窯, dem Brennofen, wie er in Anagama oder Noborigama steckt.
Auch: Chagama, Teekessel, Wasserkessel, Kama Teezeremonie
Kamakura-Zeit
鎌倉時代
Die Kamakura-Zeit (1185–1333) ist die Epoche der ersten Kriegerherrschaft Japans: Minamoto no Yoritomo errichtete nach dem Sieg über die Taira sein Shogunat in Kamakura, während der Kaiserhof in Kyōto blieb. Für die Kunst ist sie vor allem die Zeit, in der der Zen-Buddhismus aus China nach Japan kam – Eisai brachte die Rinzai-, Dōgen die Sōtō-Linie – und in der eine ausgesprochen realistische Bildhauerei um Unkei und Kaikei entstand. Bis in diese Epoche und die vorangehende Heian-Zeit reicht auch die Produktion der Rokkoyō zurück, der sechs alten Öfen. Sie endet 1333 mit dem Sturz der Hōjō-Regenten und geht in die Muromachi-Zeit über.
Auch: Kamakura-Periode, Kamakura-Ära, Kamakura Zeit
Kana
仮名
Kana (仮名) sind die japanischen Silbenschriften, deren Zeichen anders als die Kanji keine eigene Bedeutung tragen, sondern jeweils eine Silbe wiedergeben. Es gibt zwei Reihen mit je 46 Grundzeichen: das runde Hiragana und das kantige Katakana, beide durch Vereinfachung aus Kanji entstanden. In der Kalligrafie meint Kana meist das Hiragana, das in weich verbundenen, fast malerisch wirkenden Zügen geschrieben wird und historisch besonders am kaiserlichen Hof und in der höfischen Dichtkunst gepflegt wurde. Haiku und Tanka werden bis heute traditionell im Kana-Stil kalligrafiert, häufig kombiniert mit einer reduzierten, andeutungsreichen Tuschmalerei.
Auch: Hiragana, Katakana, Kana-Schrift, Silbenschrift
Kanji
漢字
Kanji (漢字, „Han-Zeichen“) sind die aus China übernommenen Schriftzeichen des Japanischen, von denen jedes für eine Bedeutung steht und meist mehrere Lesungen besitzt – eine an das Chinesische angelehnte und eine japanische. Sie kamen mit den buddhistischen Sutren nach Japan und bilden bis heute die Grundlage der Kalligrafie: Ein einzelnes Kanji wie „Liebe“, „Glück“ oder „Ruhe“ trägt als Rollbild ein ganzes Werk. Für den Alltagsgebrauch legt eine amtliche Liste 2136 Zeichen fest. Anders als die Kana, die nur Silben wiedergeben, transportieren Kanji Bedeutung – ein Grund, warum sie auch ohne Sprachkenntnis wirken.
Auch: Kanji-Zeichen, Japanische Schriftzeichen, Chinesische Schriftzeichen, Han-Zeichen
Kannon
観音
Kannon ist die japanische Bezeichnung des Bodhisattva des Mitgefühls, der im Sanskrit Avalokiteshvara und im Chinesischen Guanyin heißt. In Japan wird Kannon überwiegend in weiblich anmutender Gestalt dargestellt: ruhiges, oft leicht geneigtes Gesicht, geschlossene oder halb geschlossene Augen, kunstvolle Kopfbedeckung. Die Figur gilt als Helferin in Not und gehört zu den am häufigsten dargestellten buddhistischen Motiven der japanischen Kunst – in der Malerei ebenso wie in der Keramik, etwa als unglasierte Bizen-Figur. Neben der schlichten Grundform sind zahlreiche Erscheinungsformen überliefert, darunter die tausendarmige Senju-Kannon und die Byakue-Kannon im weißen Gewand.
Auch: Kannon Bosatsu, Kanzeon, Guanyin, Avalokiteshvara
Kannyū
貫入
Kannyū nennt man das feine Rissnetz, das beim Abkühlen in der Glasur eines Gefäßes entsteht, weil Glasur und Scherben unterschiedlich stark schrumpfen. In Europa ist die Erscheinung als Craquelé bekannt, und sie ist kein Schaden: Die Risse durchziehen allein die Glasurschicht. Viele Traditionen suchen sie ausdrücklich – bei Hagi-Keramik gilt das Rissnetz als prägendes Merkmal, ebenso bei Seladonglasuren. Ist der Scherben porös, zieht Tee mit den Jahren in die Risse ein und färbt sie nach, sodass sich das Muster durch Gebrauch vertieft. Vom Kannyū zu unterscheiden ist ein echter Sprung, der durch Glasur und Scherben hindurchgeht.
Auch: Kannyu, Craquelé, Rissnetz, Haarrisse, Glasurrisse
Kanō-Schule
狩野派
Die Kanō-Schule (狩野派) war die einflussreichste japanische Malschule der frühen Neuzeit, über Generationen hinweg von einer einzigen Künstlerfamilie geleitet und offizielle Malschule des Shogunats. Ihr Stil verband chinesische Tuschmaltechniken mit kräftigen Farben und goldenem Hintergrund und prägte vor allem großformatige Wand-, Schiebetür- und Stellschirmmalerei. Als Begründer gilt traditionell Kanō Masanobu (1434–1530); von der Muromachi- bis in die Edo-Zeit (1603–1868) bestimmte die Familie den offiziellen Geschmack, und noch Maler der Meiji-Zeit wie Hashimoto Gahō kamen aus ihrer Ausbildung. Anders als die Rinpa-Richtung war die Kanō-Schule eine geschlossene Familien- und Werkstatttradition mit fester Lehrfolge.
Auch: Kano-Schule, Kanō-ha, Kano-ha, Kanō-Malschule
Kanzake
燗酒
Kanzake (燗酒) ist erwärmt servierter japanischer Sake. Erwärmt wird er nicht direkt auf der Flamme, sondern indem die gefüllte Flasche Tokkuri in ein heißes Wasserbad gestellt wird; üblich sind etwa 40 bis 50 Grad. Für die einzelnen Stufen kennt die japanische Trinkkultur eigene Namen: Hinatakan bezeichnet rund 30 Grad, Hitohadakan die Körpertemperatur, Nurukan etwa 40, Jōkan etwa 45, Atsukan etwa 50 Grad, und alles darüber heißt Tobikirikan. Kräftige, reisbetonte Sorten gewinnen erwärmt an Umami, während fruchtige, aromatische Premiumsorten meist gekühlt getrunken werden.
Auch: Kan-zake, erwärmter Sake, warmer Sake, Atsukan
Karatsu-yaki
唐津焼
Karatsu-yaki ist eine japanische Steinzeugkeramik aus der Region um Karatsu in der Präfektur Saga im Norden Kyūshūs, die im späten 16. Jahrhundert unter starkem Einfluss koreanischer Töpfertechnik entstand. Gearbeitet wird mit grobem, eisenhaltigem Ton und bewusst sparsamer Glasur, sodass der körnige Scherben – besonders am unglasierten Fußring – sichtbar bleibt; typisch sind erdige Braun-, Grau- und Weißtöne. Bekannte Spielarten sind das mit Eisenoxid bemalte E-Garatsu und das Chōsen-Garatsu, bei dem eine dunkle Eisen- und eine weiße Strohascheglasur ineinanderlaufen. In der überlieferten Rangfolge der Teeschalen steht Karatsu nach Raku und Hagi; vom nahen Arita trennt es der Werkstoff.
Auch: Karatsu-Yaki, Karatsu-Keramik, E-Garatsu, Chōsen-Garatsu, Karatsu
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Kasama-yaki
笠間焼
Kasama-yaki ist eine japanische Steinzeug-Keramik aus der Stadt Kasama in der Präfektur Ibaraki und gilt als ältester Keramikort der Kantō-Region. Sie entstand in der Ära An'ei (1772–1781), als der Dorfvorsteher Kuno Han'emon mit Anleitung eines Töpfers aus Shigaraki einen Ofen errichtete. Verarbeitet wird ein eisenhaltiger, sehr plastischer Ton aus verwittertem Granit, der ohne Glasur rotbraun bis dunkel ausbrennt. Bis in die Nachkriegszeit entstanden vor allem Vorratsgefäße für den Großraum Edo; danach öffnete sich der Ort für freie Studiokeramik, weshalb Kasama-yaki keinen verbindlichen Stilkanon kennt. Das benachbarte Mashiko wurde 1853 von einem in Kasama ausgebildeten Töpfer begründet.
Auch: Kasama-Yaki, Kasama-Keramik, Kasama-Ware, Kasama
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Kensui
建水
Ein Kensui (建水) ist das Abwassergefäß der japanischen Teezeremonie, in das der Gastgeber jenes Wasser gießt, mit dem er die Teeschale vorgewärmt und den Teebesen gespült hat. Gefertigt wird es meist aus Keramik, daneben aus Kupfer oder Messing, mit weit ausgestellter Mündung, damit sich der Chawan sauber darüber entleeren lässt. Es gilt als das rangniedrigste Gerät der Zusammenkunft und steht deshalb nah zur Linken des Gastgebers, außerhalb des Blickfelds der Gäste – anders als das Frischwassergefäß Mizusashi, das sichtbar aufgestellt und mitbetrachtet wird. Eine ältere Bezeichnung lautet Mizukoboshi.
Auch: Abwassergefäß, Mizukoboshi, Koboshi, Abwasserbehälter
Kenzan
剣山
Ein Kenzan (剣山, wörtlich „Schwertberg“) ist der Nadelhalter des Ikebana: eine schwere Platte, meist aus Blei, aus der dicht an dicht kurze Metallspitzen ragen und in die Zweige und Stiele gesteckt werden. Er liegt im flachen Gefäß, dem Suiban, unter der Wasseroberfläche und hält das Material in jedem gewünschten Winkel; erst dadurch wird der Moribana-Stil möglich. Allgemein heißt ein solches Hilfsmittel Hanadome, Blumenhalter; gebräuchlich wurde der Kenzan gegen Ende der Meiji- und zu Beginn der Taishō-Zeit, wobei die Erfindung mehreren Personen zugeschrieben wird und als ungeklärt gilt. Nicht zu verwechseln ist er mit Ogata Kenzan, dem Kyotoer Töpfer und Maler.
Auch: Kenzan-Nadelhalter, Nadelhalter, Steckigel, Hanadome
Keshiki
景色
Keshiki, wörtlich „Landschaft“ oder „Szenerie“, ist der japanische Begriff für alles, was sich im Brand auf der Oberfläche eines Gefäßes ereignet hat: der Lauf der geschmolzenen Glasur, der Anflug der Asche, Brandzonen, das Rissnetz, Flecken und Verfärbungen. Betrachtet wird das nicht als Fehlerliste, sondern wie ein Landschaftsbild, mit Vordergrund, Horizont und Wetter. In der Teezeremonie geht das so weit, dass die ausdrucksstärkste Stelle des Keshiki bestimmt, welche Seite als Shōmen, als Vorderseite gilt – genau diese dreht der Gastgeber seinem Gast zu. Ein Gefäß hat damit eine Schauseite, die niemand entworfen hat.
Auch: Landschaft, Szenerie, Oberflächenlandschaft, Brennlandschaft
Ki-Seto
黄瀬戸
Ki-Seto, „gelbes Seto“, ist einer der vier großen Keramikstile der Region Mino im heutigen Gifu und zeichnet sich durch eine zarte, meist dünn aufgetragene gelbe Glasur aus. Traditionell diente Ki-Seto vor allem elegantem Geschirr der Kaiseki-Küche. Wie Shino, Oribe und Setoguro entstand der Stil während der Momoyama-Zeit im Umfeld der Teezeremonie, obwohl sein Name auf das benachbarte Seto verweist – eine Zuordnung, die lange üblich war, bevor die Ausgrabungen des 20. Jahrhunderts die Momoyama-Öfen in Mino nachwiesen. Von Shino trennt Ki-Seto der dünne, gelbliche Glasurauftrag gegenüber dessen dicker, milchig-weißer Feldspatglasur.
Auch: Kiseto, Ki-Seto-yaki, Gelbes Seto, Ki Seto, Kizeto-yaki
Kinrande
金襴手
Kinrande, die „Goldbrokat-Art“, ist ein Porzellandekor aus Unterglasurblau, roter Aufglasurmalerei und Gold, benannt nach den mit Goldfäden durchwirkten Seidenstoffen, denen er nachempfunden ist. Er entsteht in zwei Bränden: Zuerst wird der Scherben mit kobalthaltigem Gosu bemalt, glasiert und bei rund 1.300 Grad gebrannt, dann kommen Eisenrot und Gold auf die fertige Glasur und werden kühler eingebrannt. Fassbar wird der Stil in Arita gegen Ende des 17. Jahrhunderts, in Anlehnung an ältere chinesische Goldbrokat-Porzellane der Ming-Zeit. In Europa ist er als Imari-Dekor bekannt – die dichte, flächendeckende Bemalung entstand vor allem für den Exportmarkt.
Auch: Kinran-de, Goldbrokat-Dekor, Golddekor, Imari-Dekor, Kinrande-Porzellan
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Kintsugi
金継ぎ
Kintsugi, wörtlich „Goldverbindung“, ist die japanische Technik, Bruchstellen an Keramik mit Urushi-Lack zu kitten und die Naht anschließend mit Gold-, Silber- oder Zinnpulver zu bestäuben. Die Reparatur wird also nicht versteckt, sondern hervorgehoben: Die Bruchlinie bleibt als feiner Zug sichtbar und gehört fortan zur Geschichte des Stücks. Traditionell ausgeführt dauert das Wochen, weil jede Lackschicht in feuchter Wärme aushärten muss; die im Handel verbreiteten Sets mit Kunstharz sind eine Abkürzung und für Trinkgefäße nicht ohne Weiteres geeignet. In der Wabi-Sabi-Ästhetik gilt eine solche Naht nicht als Makel, sondern als Beleg dafür, dass ein Objekt gelebt hat.
Auch: Kintsukuroi, Goldverbindung, Goldreparatur, Kintsugi-Reparatur, Goldkitt
Kiri
桐
Kiri (桐) ist das Holz des Blauglockenbaums, im Deutschen meist Paulownie genannt – das klassische Material für Aufbewahrungskisten japanischer Kunstobjekte. Es ist außergewöhnlich leicht und zugleich formstabil, leitet Wärme schlecht und puffert Schwankungen der Luftfeuchtigkeit ab, weshalb in Japan seit jeher auch Kimono, Dokumente und Musikinstrumente darin lagern. In Japan war es früher üblich, bei der Geburt eines Mädchens einen Paulownienbaum zu pflanzen und ihn zur Hochzeit zu einem Möbelstück für die Aussteuer zu verarbeiten. Der Begriff meint das Material, nicht den Behälter: Die Kiste aus diesem Holz heißt Kiribako.
Auch: Paulownie, Paulownia, Paulownia-Holz, Kiri-Holz, Blauglockenbaum
Kiribako
桐箱
Eine Kiribako (桐箱) ist eine Aufbewahrungsbox aus Kiri, dem Holz des Blauglockenbaums (Paulownia), wie sie in Japan für Keramik, Rollbilder, Kimono und Dokumente verwendet wird. Kiri ist ausgesprochen leicht und formstabil, puffert Feuchtigkeitsschwankungen ab und enthält Inhaltsstoffe, die Insekten fernhalten – daher seine lange Tradition als Lagerholz. Der Begriff benennt zunächst nur das Material: Eine Kiribako ist eine schlichte Kiste aus Paulownienholz. Trägt sie dagegen die kalligrafische Bezeichnung und das Siegel des Künstlers, spricht man von einer Tomobako (共箱). In der Praxis werden beide Begriffe häufig synonym verwendet.
Auch: Paulownia-Box, Kiri-Box, Paulownienkiste, Box aus Paulownienholz
Kirikodai
切高台
Kirikodai (切高台) nennt man die kleine, meist keilförmige Kerbe, die in den Fußring einer japanischen Teeschale geschnitten ist. Am engsten ist sie mit der Hagi-Keramik verbunden, wo sehr viele Chawan sie tragen. Über ihren Ursprung gibt es mehrere Erklärungen; am verbreitetsten ist die, dass Hagi-Ware in der Edo-Zeit dem Lehnshaus Mōri vorbehalten war und die Töpfer Stücke durch eine bewusst angebrachte „Beschädigung“ am Fuß für den freien Verkauf freigaben. Vom Kirikodai zu unterscheiden ist das Warikodai, der durch mehrere Schnitte geteilte Fußring. Heute ist die Kerbe ein gestalterisches Detail, in dem sich die Handschrift des Töpfers zeigt.
Auch: Kiri-kodai, Kirikōdai, gekerbter Fußring, Kerbe im Fußring
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Kiyomizu-yaki
清水焼
Kiyomizu-yaki ist die Keramik aus den Öfen an den Hängen unterhalb des Kyotoer Tempels Kiyomizu-dera und damit streng genommen eine Teilmenge des Kyō-yaki, der Keramik der gesamten Stadt. Ursprünglich bezeichnete der Name allein die Ware aus dem Gebiet um den Gojōzaka, die steile Gasse zum Tempel hinauf. Weil die übrigen Kyotoer Brennlagen im Lauf der Zeit eingingen, blieb dieser eine Name übrig und wird heute meist gleichbedeutend mit Kyō-yaki verwendet; staatlich anerkannt ist das Handwerk seit 1977 unter dem Doppelnamen Kyō-yaki · Kiyomizu-yaki. Seit den 1960er-Jahren arbeiten viele Werkstätten im Bezirk Yamashina, der bis heute Kiyomizu-yaki-Danchi heißt.
Auch: Kiyomizu-Yaki, Kiyomizu Keramik, Kiyomizu-Ware, Kiyomizu
Ko-Imari
古伊万里
Ko-Imari, „altes Imari“, bezeichnet das historische Porzellan der Edo-Zeit aus dem Hizen-Raum um Arita, im engeren Sinn die Exportware des 17. und 18. Jahrhunderts, die über den Hafen Imari verschifft wurde. Der Begriff ist eine Sammler- und Datierungskategorie, keine Herkunfts- oder Werkstattangabe: Die Öfen signierten ihre Exportware in aller Regel nicht, weshalb große, geschlossene Bestände wie die Shibata-Sammlung des Kyūshū-Keramikmuseums für die Einordnung entscheidend sind. Auf dem europäischen Markt wird Ko-Imari oft großzügiger gebraucht als in der japanischen Fachliteratur und meint dort meist nur ein Stück im alten Exportdekor.
Auch: Koimari, Altes Imari, Ko-Imari-Porzellan, Ko-Imari-Ware
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Ko-Kutani
古九谷
Ko-Kutani, „altes Kutani“, bezeichnet die farbig aufglasurbemalten Porzellane der Mitte des 17. Jahrhunderts, die überliefert dem ersten Ofen im Dorf Kutani zugeschrieben werden. Kennzeichnend ist eine kräftige, oft flächendeckende Malerei mit Landschaften, Vögeln und Pflanzen im Fünf-Farben-Stil Gosai-de sowie die Variante Aote, die auf Rot verzichtet und die Fläche vollständig zudeckt. Nach etwa fünfzig Jahren erlosch dieser Ofen aus bis heute nicht abschließend geklärten Gründen; erst im frühen 19. Jahrhundert setzte mit dem Saiko-Kutani die Wiederbelebung ein. Die Zuschreibung selbst ist umstritten: Grabungsbefunde sprechen dafür, dass ein erheblicher Teil dieser Stücke in Arita entstand.
Auch: Kokutani, Altes Kutani, Ko-Kutani-Stil, Ko-Kutani-Porzellan
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Kōan
公案
Ein Kōan ist eine paradoxe Übungsaufgabe des Zen-Buddhismus – eine Frage, ein Ausspruch oder eine kurze Begebenheit, die der Lehrer dem Schüler stellt und die sich mit logischem Denken nicht auflösen lässt. Der Ausdruck stammt aus der chinesischen Amtssprache und meinte ursprünglich das Aktenstück einer Behörde, also einen verbindlichen Präzedenzfall. Überliefert sind die Kōan in Sammlungen wie dem Mumonkan des Mönchs Mumon Ekai (1183–1260), dessen erster Fall das berühmte „Mu“ des Meisters Jōshū ist; traditionell spricht man von rund 1700 Fällen. Mit Kōan arbeitet vor allem die Rinzai-Schule, während die Sōtō-Schule die ziellose Sitzmeditation Shikantaza in den Mittelpunkt stellt.
Auch: Koan, Zen-Kōan, Zen-Rätsel, Kōan-Übung
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Kobori Enshū
小堀遠州
Kobori Enshū (小堀遠州, 1579–1647) war ein japanischer Daimyō, Baumeister und Teemeister der frühen Edo-Zeit und ein Schüler Furuta Oribes. Sein Teeideal wird oft als kirei-sabi beschrieben, eine klarere, elegantere Auffassung als die strenge Schlichtheit Sen no Rikyūs. Überliefert ist, dass er auf die Produktion im Töpferdorf Tachikui Einfluss nahm; die dort entstandenen Chaire, Mizusashi und Chawan wurden als Enshū-Tamba bekannt und standen bei den Teeleuten der Zeit hoch im Kurs. Wie eng dieser Kontakt tatsächlich war, lässt sich heute nicht mehr im Einzelnen nachweisen – die Zuschreibung gehört zur Überlieferung.
Auch: Enshū, Kobori Enshu, Enshu, Kobori Masakazu
Kobushi-yaki
こぶ志焼
Kobushi-yaki ist eine japanische Keramik aus Iwamizawa auf Hokkaidō, die Yamaoka Sanshū dort 1946 begründete; sie gilt als der älteste noch arbeitende Ofen der Insel und wird inzwischen in dritter Generation geführt. Der Name geht auf die Kobushi-Magnolie zurück, die zur Zeit des ersten Brandes blühte. Die Werkstatt bereitet Ton und Glasuren selbst und stellt vor allem Gebrauchsgeschirr her; als Erkennungszeichen gilt die blau-weiß verlaufende Namako-Glasur, daneben stehen grüne, eisenbraune, zinnoberrote und weiße Glasuren. Anders als die alten Öfen Honshūs steht Kobushi-yaki für eine erst im 20. Jahrhundert entstandene Keramiklandschaft.
Auch: Kobushi-Yaki, Kobushi-Keramik, Kobu-shi-yaki, Kobushi
Kochi-yaki
交趾焼
Kochi-yaki, genauer Kōchi-yaki, bezeichnet niedrig gebrannte, bunt bleiglasierte Keramik, wie sie im späten Südchina der Ming-Zeit entstand und über den Handel nach Japan gelangte. Der Name verweist auf Kōchi, den alten chinesischen Namen für das nördliche Vietnam, über dessen Route die Ware kam. Kennzeichnend sind kräftige, fein gecrackelte Farbglasuren in Türkisgrün, Gelb, Violett und Blau, die durch aufgelegte Stege, Ritzlinien oder Reliefs voneinander getrennt werden. Im Teeweg zählen die kleinen Kōchi-Weihrauchdosen zu den höchstgeschätzten Stücken. Seit der Edo-Zeit wird der Stil in Japan nachgeahmt, vor allem im Kyō-yaki durch die Familie Eiraku sowie in Kutani.
Auch: Kōchi-yaki, Kochi-Yaki, Kōchi-Keramik, Kochi-Keramik
Kōdai
高台
Der Kōdai ist der Fußring auf der Unterseite einer japanischen Schale, jener schmale Ring, auf dem sie steht. Er entsteht zuletzt: Ist der Ton lederhart, wird das Gefäß umgekehrt auf die Scheibe gesetzt und der überschüssige Ton mit dem Drehmesser, dem Kanna, herausgeschnitten. Meist bleibt er unglasiert, weil das Stück dort im Ofen steht – so liegt der Scherben offen und zeigt Tonfarbe, Körnung und Werkzeugspuren. Für Sammler ist er deshalb die aufschlussreichste Stelle am ganzen Gefäß, zumal Signaturen fast immer hier sitzen. In der Teekultur wird der Fuß eigens betrachtet; eine Tenmoku-Schale etwa erkennt man an ihrem auffallend kleinen Kōdai.
Auch: Kodai, Fußring, Standring, Fuß einer Teeschale
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Kōgō
香合
Ein Kōgō ist ein kleines japanisches Deckelgefäß, in dem Räucherwerk für die Teezeremonie aufbewahrt wird. Es misst meist nur wenige Zentimeter und entsteht aus Keramik, Holz oder Urushi-Lack, häufig mit sorgfältig gearbeitetem Dekor. Nach verbreiteter Konvention gehören lackierte Kōgō zum Gebrauch mit duftendem Räucherholz, keramische zu weichem, geknetetem Räucherwerk. Im Verlauf einer Teezusammenkunft wird das Gefäß den Gästen zur Betrachtung gereicht, weshalb es trotz seiner geringen Größe als eigenes Sammelgebiet gilt. Vom Kōgō zu unterscheiden ist das Kōro, das Räuchergefäß, in dem das Räucherwerk verglüht – das Kōgō bewahrt es lediglich auf.
Auch: Kogo, Räucherdose, Weihrauchdose, Räucherwerkbehälter
Kohiki
粉引
Kohiki ist eine Dekortechnik, bei der ein dunkler, eisenhaltiger Scherben vollständig mit einem weißen Schlicker überzogen und anschließend transparent glasiert wird. Der Name bedeutet sinngemäß „mit Puder bestäubt“ und beschreibt die matte, leicht wolkige weiße Oberfläche, durch die der dunkle Ton an Kanten und Fußring hindurchschimmert. Die Technik geht auf koreanische Vorbilder zurück und wurde in Japan vor allem in den Öfen von Karatsu aufgegriffen. Mit der Zeit nimmt der poröse Überzug Tee auf und verfärbt sich fleckig – was als gewollter Reiz gilt.
Auch: Kohiki-Technik, Weißschlicker, Ko-hiki, Kohiki-Glasur
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Koicha
濃茶
Koicha (濃茶, dicker Tee) ist die feierliche Zubereitung von Matcha: die mehrfache Menge Pulver auf wenig Wasser, mit dem Chasen langsam durchgeknetet statt geschlagen, sirupartig und ohne Schaumdecke. Traditionell wird eine einzige Schale in der Runde weitergereicht, was Koicha zum ernstesten Teil einer Teezusammenkunft macht. Bevorzugt wird dafür eine etwas tiefere Schale mit glatter, gut deckender Innenglasur, damit der zähe Tee sich sammeln lässt und nicht in einer rauen Oberfläche hängen bleibt; das Pulver kommt klassisch aus einem keramischen Chaire. Die alltägliche Gegenform ist der dünne, geschäumte Usucha.
Auch: dicker Matcha, dicker Tee, Koi-cha, Usucha
Koishiwara-yaki
小石原焼
Koishiwara-yaki ist eine japanische Gebrauchskeramik aus dem Dorf Tōhō im Landkreis Asakura der Präfektur Fukuoka. Als Beginn gilt das Jahr 1662, als Fürst Kuroda Mitsuyuki Töpfer aus Imari holte; im weiteren Verlauf prägte der Austausch mit dem benachbarten Takatori-Ofen die Ware. Charakteristisch sind gleichmäßige geometrische Muster, die auf der laufenden Scheibe entstehen, unter ihnen Tobi-kanna, Hakeme sowie Kamm- und Fingerzug, meist in weißem Schlicker auf rotem Ton. 1954 lobten Yanagi Sōetsu und Bernard Leach die Werkstätten; 1975 wurde Koishiwara als erste Keramik Japans zum traditionellen Kunsthandwerk erklärt. Onta ist der Tochterofen dieser Tradition.
Auch: Koishiwarayaki, Koishiwara-Keramik, Nakano-yaki, Koishiwara
Kurinuki
刳り貫き
Kurinuki ist eine Formgebungstechnik, bei der ein Gefäß aus einem massiven Tonblock herausgeschnitten und ausgehöhlt wird, statt es auf der Scheibe zu drehen oder aus Wülsten aufzubauen. Der Töpfer arbeitet mit Schlaufe und Spatel von innen nach außen, wodurch die Wandstärke bewusst ungleichmäßig bleibt und die Werkzeugspuren sichtbar sind. Erkennbar ist die Technik meist an kantigen, leicht unregelmäßigen Formen und am Fehlen konzentrischer Drehrillen. Beliebt ist sie besonders bei Guinomi und Teeschalen, wo eine kräftige, skulpturale Wirkung gesucht wird.
Auch: Kurinuki-Technik, Aushöhltechnik, Kuri-nuki
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Kuro-Raku
黒楽
Kuro-Raku, das „schwarze Raku“, ist der tiefschwarze Grundtyp der Raku-Teeschale und geht auf den Töpfer Chōjirō im 16. Jahrhundert zurück. Die Glasur wird traditionell aus eisenreichem Gestein des Kamo-Flusses in Kyōto gewonnen; sie schmilzt bei höherer Temperatur als die Aka-Raku-Glasur, meist um 1.000 Grad und darüber. Sobald sie geschmolzen ist, wird die Schale glühend aus dem Ofen gezogen und an der Luft schockartig abgekühlt – so erstarrt das Eisen zu sattem Schwarz. Gegenüber dem wärmeren Aka-Raku wirkt Kuro-Raku streng und lässt das Grün des Matcha besonders leuchten.
Auch: Kuroraku, Kuro Raku, Schwarzes Raku, Kuro-Raku-Chawan
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Kutani Gosai
九谷五彩
Kutani Gosai, die „fünf Farben von Kutani“, ist die klassische Palette der Aufglasurmalerei auf Kutani-Porzellan aus der Präfektur Ishikawa: Grün, Gelb, Purpur, Blau und Rot. Die Farben werden als dickflüssige, glasartige Schmelzfarben auf die fertig gebrannte Glasur gesetzt und in einem zweiten, deutlich kühleren Brand eingebrannt; deshalb liegen sie erhaben auf und gewinnen im Licht ihre Tiefe. Auf diese Palette geht der Name des Fünf-Farben-Stils zurück, für den Kutani bekannt ist. Von ihm zu unterscheiden ist Aote, bei dem das Rot fortgelassen und die Fläche mit den übrigen Farben vollständig zugedeckt wird.
Auch: Kutani-Gosai, Gosai, Kutani-Fünf-Farben-Stil, Fünf Farben von Kutani
Kutani-yaki
九谷焼
Kutani-yaki ist japanisches Porzellan aus der Präfektur Ishikawa, benannt nach dem Dorf Kutani, wo Mitte des 17. Jahrhunderts der Töpfer Gotō Saijirō den ersten Ofen gründete. Sein Erkennungszeichen ist die kräftige, oft flächendeckende Aufglasurmalerei im Gosai-de-Stil mit Grün, Gelb, Purpur, Blau und Rot. Nach etwa fünfzig Jahren stellte der ursprüngliche Ofen den Betrieb ein – die Gründe sind bis heute nicht abschließend geklärt; die Stücke jener Phase heißen Ko-Kutani. Erst im frühen 19. Jahrhundert lebte die Tradition als Saiko-Kutani wieder auf. Anders als Arita und Imari, die auf Kobaltblau, Rot und Gold setzen, arbeitet Kutani mit breiterer Palette und starkem Grün- und Purpuranteil.
Auch: Kutaniyaki, Kutani-Keramik, Gosai-de
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Kyō-yaki
京焼
Kyō-yaki, wörtlich „in der Hauptstadt Gebranntes“, ist der Sammelbegriff für alle Keramik und Porzellanware, die in Kyoto entsteht. Anders als Bizen oder Hagi bezeichnet der Begriff keinen Ofenstil, sondern einen Herstellungsort: Zu ihm zählen historisch die Ofenbezirke Awataguchi, Omuro, Yasaka, Mizoro und Kiyomizu. Da Kyoto keine nennenswerten eigenen Tonlager besitzt, liegt der Schwerpunkt seit jeher auf Verarbeitung und Dekor – auf sauber gedrehten Wandungen, exakt geschnittenen Fußringen und aufgemalter Farbe. Prägend wurden im 17. Jahrhundert Nonomura Ninsei und sein Schüler Ogata Kenzan. Kiyomizu-yaki ist streng genommen eine Teilmenge des Kyō-yaki.
Auch: Kyo-yaki, Kyoyaki, Kyoto-Porzellan, Kyō-yaki · Kiyomizu-yaki, Kyoto-yaki
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