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Künstler

Kanō Isen'in Naganobu

Kanō Naganobu (狩野栄信, 1775–1828), Gō Isen'in, war achtes Oberhaupt des Kobikichō-Hauses. Er verband die Kanō-Tradition mit der Raumtiefe der Qing-Malerei.
Kakemono von Kanō Naganobu: Fuji hinter einem Kiefernhügel, in Tusche und Farbe auf Seide.
Fuji hinter Kiefernhügel – Kakemono von Kanō Isen'in Naganobu (狩野伊川院栄信) (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Kanō Naganobu (狩野栄信) war ein japanischer Maler der späten Edo-Zeit (1775–1828) und achtes Oberhaupt des Kobikichō-Kanō-Hauses. Sein lautete Isen'in (伊川院), sein Kindername Eijirō; der Name 栄信 wird auch Eishin gelesen. Er war Sohn des Kanō Korenobu und Vater des Kanō Osanobu. 1802 erhielt er den Rang eines Hōgen, 1816 den eines Hōin; sein Siegel liest sich häufig „Isen'in Hōin Eishin“. Er nahm Prinzipien der Perspektive aus der Qing-zeitlichen Malerei auf und belebte zugleich den zurückhaltenden Tuschestil des Hausgründers Kanō Naonobu wieder.

Kanō Isen'in Naganobu (狩野栄信): achtes Oberhaupt des Kobikichō-Hauses

Kanō Naganobu (狩野栄信, 1775–1828) war ein japanischer Maler der späten Edo-Zeit und führte als achtes Oberhaupt das Kobikichō-Kanō-Haus. Bekannt ist er vor allem unter seinem Gō Isen'in (伊川院), weshalb er in Objektbeschreibungen häufig als Kanō Isen'in Naganobu erscheint. Sein Kindername war Eijirō; die Schriftzeichen 栄信 werden auch Eishin gelesen.

Stellung in der Generationenfolge

Naganobu stand in der Mitte einer gut dokumentierten Kette: Sein Vater war Kanō Korenobu, sein Großvater Kanō Norinobu, der das Haus zu seiner größten Blüte geführt hatte. Sein Sohn Kanō Osanobu übernahm die Linie als neuntes Oberhaupt. 1802 erhielt Naganobu den Rang eines Hōgen, 1816 den eines Hōin – entsprechend liest sich sein Siegel häufig „Isen'in Hōin Eishin“, was für die Datierung eines Werks unmittelbar auswertbar ist.

Qing-Perspektive und die Rückkehr zum Hausgründer

Naganobus Malerei verfolgt zwei Richtungen zugleich. Zum einen nahm er Prinzipien der Raumdarstellung aus der chinesischen Malerei der Qing-Zeit auf und erzielte damit eine Bildtiefe, die der älteren Kanō-Malerei fremd war. Zum anderen belebte er den zurückhaltenden Tuschestil des Hausgründers Kanō Naonobu wieder – eine bewusste Rückbindung an die eigenen Anfänge. Seine Vorarbeiten, seine Farbtechnik und seine Kompositionsweise wirkten unmittelbar auf das Werk seines Sohnes weiter.

Der Fuji als Bildmotiv

Der Fuji ist in der japanischen Malerei nie bloß ein Berg. Er steht für Beständigkeit und gilt als Glücksbild, weshalb ein Fuji-Rollbild traditionell zu Neujahr aufgehängt wird — verstärkt noch, wenn Kiefern oder Kraniche hinzutreten. Malerisch ist er eine Herausforderung, weil die klare Kegelform kaum Spielraum lässt: Die Wirkung entsteht aus dem, was um ihn herum geschieht, aus Nebelbändern, Hügelstaffeln und der Höhe, in der die Schneegrenze angesetzt wird. In der späten Kanō-Malerei kommt die Auseinandersetzung mit räumlicher Tiefe hinzu, die sich an der Staffelung der Ebenen unmittelbar ablesen lässt.