Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Künstler

Kanō Norinobu (Eisen'in)

Kanō Norinobu (狩野典信, 1730–1790) führte das Kobikichō-Kanō-Haus zu seiner größten Blüte und erneuerte die Schule durch die Rückbesinnung auf die chinesische Linienführung.
Kakemono von Kanō Norinobu: Fischschwarm im klaren Wasser, in Tusche und Farbe.
Fische im klaren Wasser – Kakemono von Kanō Norinobu (狩野典信), Edo-Zeit (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Kanō Norinobu (狩野典信) war ein japanischer Maler der mittleren Edo-Zeit (1730–1790); der Name wird auch Michinobu gelesen, sein lautete Eisen'in. Er war Sohn des Kanō Furunobu und wurde mit zwei Jahren von Kanō Gennobu adoptiert. 1762 erhielt er mit 33 Jahren den Rang eines Hōgen, 1780 den eines Hōin; daneben führte er den Titel Chūmukyō. 1777 erhielt er ein neues Anwesen im Viertel Kobikichō, nach dem die Linie fortan benannt wurde. Er wollte die geschwächte Kanō-Schule durch die Wiederbelebung der kraftvollen Linienführung der chinesischen Malerei erneuern.

Kanō Norinobu (狩野典信): das Kobikichō-Haus auf seinem Höhepunkt

Kanō Norinobu (狩野典信, 1730–1790) war ein japanischer Maler der mittleren Edo-Zeit und Oberhaupt jener Kanō-Linie, die auf Kanō Naonobu zurückgeht. Sein Künstlername lautete Eisen'in (栄川院). Die Schriftzeichen 典信 lassen zwei Lesungen zu – Norinobu und Michinobu –, beide meinen denselben Maler.

Herkunft, Adoption und Ämterlaufbahn

Norinobu war Sohn des Kanō Furunobu und wurde bereits mit zwei Jahren von Kanō Gennobu adoptiert – innerhalb der Kanō-Häuser ein üblicher Vorgang, mit dem Nachfolgen gesichert wurden. Seine Laufbahn verlief steil: 1762, mit 33 Jahren, erhielt er den geistlichen Ehrenrang Hōgen, 1780 den höheren Rang Hōin. Daneben führte er den Hoftitel Chūmukyō. 1777 wurde ihm ein neues Anwesen im Viertel Kobikichō zugewiesen; nach diesem Ort wird die Linie – rückwirkend bis auf Naonobu – als Kobikichō-Kanō-Haus bezeichnet.

Erneuerung durch die chinesische Linienführung

Norinobus kunsthistorische Bedeutung liegt in einer bewussten Kurskorrektur. Die Kanō-Schule galt im 18. Jahrhundert als erstarrt: Die Weitergabe über Vorlagenblätter hatte zu einer Malerei geführt, die technisch sicher, aber kraftlos war. Norinobu setzte dem die Rückbesinnung auf die kräftige Linienführung der chinesischen Malerei entgegen und wollte die Schule auf diesem Weg wieder handlungsfähig machen. Unter ihm wurde das Kobikichō-Haus das erfolgreichste der vier Oku-eshi-Häuser, also der obersten Rangstufe der Shōgunatsmaler. Sein Sohn Kanō Korenobu trat die Nachfolge an.

Rangtitel als Datierungshilfe

Die geistlichen Ehrenränge Hōgen und Hōin, die an Maler des Shōgunats vergeben wurden, erscheinen regelmäßig in der Signatur — und das macht sie praktisch verwertbar. Ein Blatt, das mit dem Hōin-Titel gezeichnet ist, kann bei Norinobu frühestens 1780 entstanden sein; trägt es den Hōgen-Titel, liegt es zwischen 1762 und 1780. Weil die Kanō-Häuser über Generationen mit ähnlich gebildeten Namen arbeiteten — Naonobu, Norinobu, Korenobu, Naganobu —, ist diese Kombination aus Namenszeichen und Rangangabe oft der zuverlässigste Anhaltspunkt beim Vergleich mehrerer Arbeiten.