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Künstler

Fujii Kaidō

Fujii Kaidō (藤井誡堂, 1898–1984) war 515. Abt des Daitoku-ji und Abt des Sangen-in. Seine Bokuseki gehören zum Kernbestand der Teekalligrafie.
Zen-Kalligrafie von Fujii Kaidō: Schriftzeichen in Tusche mit Signatur und Siegel.
Bokuseki von Fujii Kaidō (藤井誡堂), Daitoku-ji (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Fujii Kaidō (藤井誡堂), mit vollem Dharmanamen Kaidō Sōsei, war ein japanischer Zen-Mönch der Rinzai-Schule und Kalligraf (1898–1984). Er amtierte als 515. Abt des Daitoku-ji in Kyōto und war Abt des Untertempels Sangen-in. Seine Kalligrafien gehören zur Gattung Bokuseki und entstanden überwiegend für den Gebrauch im Teeraum. In der Abtsfolge des Daitoku-ji steht er einige Stellen nach Ueda Gizan, dem 510. Abt.

Fujii Kaidō (藤井誡堂): 515. Abt des Daitoku-ji

Fujii Kaidō (藤井誡堂, 1898–1984) war ein japanischer Zen-Mönch der Rinzai-Schule und Kalligraf. Sein vollständiger Dharmaname lautete Kaidō Sōsei; Fujii ist der Familienname. Er amtierte als 515. Abt des Daitoku-ji in Kyōto und war Abt des Untertempels Sangen-in, der im 16. Jahrhundert von mehreren Feldherren gestiftet wurde.

Die Abtsfolge als Ordnungssystem

Der Daitoku-ji führt seine Äbte in lückenloser Zählung, und diese Zahl erscheint regelmäßig in der Signatur. Für Kaidō ist die 515. Stelle maßgeblich – eine Angabe, die in Beschreibungen gelegentlich abweichend wiedergegeben wird. Wenige Stellen vor ihm steht Ueda Gizan als 510. Abt, dazwischen unter anderem Tachibana Daiki. Wer mehrere Bokuseki aus diesem Umfeld nebeneinanderlegt, kann sie über diese Zählung zuverlässiger einordnen als über den bürgerlichen Namen, der auf Rollbildern oft gar nicht erscheint.

Der Daitoku-ji und die Teekultur

Kein anderes Kloster ist so eng mit dem japanischen Tee verbunden wie der Daitoku-ji. Seit Sen no Rikyū im 16. Jahrhundert dort verkehrte, sind seine Äbte die selbstverständlichen Verfasser jener Schriftrollen, die im Tokonoma des Teeraums hängen. Ein Bokuseki aus diesem Haus ist deshalb kein Kunstwerk im westlichen Sinn, sondern ein Gebrauchsgegenstand mit religiösem Anspruch – geschrieben für eine bestimmte Zusammenkunft und einen bestimmten Gedanken.

Ein Zeichen und seine Wirkung

Zen-Kalligrafie zielt nicht auf Schönschrift. Sie soll den Zustand des Schreibenden im Augenblick des Schreibens festhalten, weshalb Korrekturen ausgeschlossen sind und der Duktus zählt: Druck, Tempo, das Aufreißen der Linie am Ende eines Zugs. Wer eine solche Rolle für den Teeraum sucht, achtet neben dem Text auf das Format – schmale Ichigyō-mono mit einer einzigen Zeile fügen sich am besten in eine kleine Nische. Neben der reinen Schrift steht die Zenga, die knappe Tuschezeichnung mit Beischrift. Ihr häufigstes Motiv ist Daruma, der legendäre Begründer des Zen – wenige Züge für Mantel und Gesicht, gesetzt mit demselben Pinsel und derselben Haltung wie eine Zeile Schrift.