Hashimoto Gahō
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Hashimoto Gahō (橋本雅邦): von der Kanō-Schule zur modernen Nihonga
Hashimoto Gahō (橋本雅邦, 1835–1908) war ein japanischer Maler, dessen Werk den Übergang von der Kanō-Tradition zur modernen Nihonga verkörpert. Er wurde 1835 in Edo geboren, im heutigen Ginza; sein Vater Yasukuni war Hofmaler des Lehens Kawagoe. Gahō starb 1908 im Alter von 72 Jahren.
Ausbildung im Kobikichō-Haus und die Freundschaft mit Kanō Hōgai
Gahō lernte bei Kanō Masanobu, dem Oberhaupt des Kobikichō-Kanō-Hauses, das damals die erste Adresse der Schule war. Dort begegnete er Kanō Hōgai, der sieben Jahre älter war. Die beiden galten als Gegensätze – Hōgai leidenschaftlich, Gahō von milder Art – und wurden als „Drache und Tiger“ ihrer Schule bezeichnet. Aus dieser Konstellation wurde eine lebenslange Freundschaft, die für die japanische Malerei der Meiji-Zeit folgenreich war.
Die Erneuerung der japanischen Malerei
Als sich in den 1880er Jahren unter Ernest Fenollosa und Okakura Tenshin eine Bewegung zur Wiederbelebung der überlieferten Malerei formierte, gehörten Gahō und Hōgai zu ihren wichtigsten Malern. 1890 wurde Gahō zum Leiter der Malereiabteilung der neu eröffneten Kunsthochschule Tōkyō berufen und im selben Jahr in die erste Generation der kaiserlichen Hofkünstler aufgenommen. 1898 verließ er die Hochschule, als Okakura seines Amtes enthoben wurde, und war an der Gründung des Nihon Bijutsuin beteiligt.
Seine Bedeutung als Lehrer ist kaum zu überschätzen: Zu seinen Schülern zählen Yokoyama Taikan, Shimomura Kanzan, Hishida Shunsō und Saigō Kogetsu – in Japan als die „vier Himmelskönige Gahōs“ bekannt – sowie Kawai Gyokudō. Zu seinen Hauptwerken gehören Weiße Wolken, rote Bäume von 1890 und der Stellschirm Drache und Tiger von 1895, der 1955 als erstes Werk der modernen japanischen Malerei zum Wichtigen Kulturgut erklärt wurde.
Was von Gahōs Malweise weiterlebt
Gahōs Wirkung lässt sich weniger an einzelnen Bildern ablesen als an einer ganzen Generation: Taikan, Kanzan, Shunsō und Gyokudō gingen durch seinen Unterricht und prägten die japanische Malerei bis in die Shōwa-Zeit. Wer auf einem Rollbild des frühen 20. Jahrhunderts auf gestaffelte Nebelbänder trifft, hinter denen eine Pinselführung steht, die ihre Kanō-Herkunft nicht verleugnet, steht meist in dieser Linie. Für Sammler ist das ein brauchbares Ordnungsraster: Die Gahō-Nachfolge bildet einen erkennbaren Strang innerhalb der Nihonga, der sich von der Kyōtoer Maruyama-Shijō-Tradition deutlich unterscheidet.