Hata Getsushū
Inhaltsverzeichnis
Hata Getsushū (羽田月洲): Kyōtoer Maler zwischen Bakumatsu und Meiji
Hata Getsushū (羽田月洲) wurde 1841 in Kyōto geboren und wirkte als Nihonga-Maler in der Übergangszeit vom späten Shōgunat zur Meiji-Zeit. Für die Kyōtoer Malerei war das eine schwierige Phase: Mit der Verlegung des Hofes nach Tōkyō verlor die Stadt einen erheblichen Teil ihrer Auftraggeber, und die überlieferten Schulen mussten sich neu orientieren.
Hata oder Haneda? Zur Lesung des Familiennamens
Die Schriftzeichen 羽田 lassen zwei Lesungen zu, Hata und Haneda. Beide Formen bezeichnen denselben Maler und begegnen im Handel nebeneinander; wer nach „Haneda Getsushū“ sucht, findet dieselben Arbeiten.
Die Schule Mochizuki Gyokusens
Getsushū war Schüler von Mochizuki Gyokusen, der die Malschule Mochizuki in Kyōto führte und zu den prägenden Figuren der dortigen Malerei nach 1868 zählte. Gyokusen setzte auf die Fortführung der überlieferten Kyōtoer Malweise und war zugleich am Aufbau der neuen Kunstschulen beteiligt. Aus dieser Schulung erklärt sich Getsushūs Themenwahl: Blumen- und Vogelbilder sowie Bildthemen mit Bezug zur Teekultur, beides Gattungen mit festem Platz im Kyōtoer Kunstbetrieb, in dem die Teeschulen wichtige Auftraggeber blieben.
Flusslandschaften im Frühjahr und ihr Platz im Tokonoma
Ein Flusslauf zwischen blühenden Bäumen, dahinter Berge im Dunst: Dieses Motiv gehört zu den verlässlichsten Frühjahrsbildern der japanischen Malerei. Es zeigt keine bestimmte Gegend, sondern einen Zustand — den Moment, in dem der Winter aus der Landschaft weicht. Wer seine Kakemono nach dem Jahreslauf ordnet, hängt eine solche Rolle zwischen Pflaumen- und Kirschblüte auf und nimmt sie danach wieder ab. Japanische Rollbilder dieser Art sind bei Densho auf Seide ausgeführt zu finden, in der feinen Farbabstufung, die die Kyōtoer Malerei nach 1868 kennzeichnet.