Mori Getsujō
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Mori Getsujō (森月城): aus der Schule Takeuchi Seihōs
Mori Getsujō (森月城) war ein japanischer Nihonga-Maler in Kyōto. Er trat in die Malschule von Takeuchi Seihō ein, wobei der Umkreis um den Maler Miki Suizan den Kontakt herstellte. Damit gehört er der Generation an, die um die Jahrhundertwende in Kyōto ausgebildet wurde und die Shijō-Tradition mit Anregungen aus der europäischen Malerei verband.
Getsujō oder Shingetsujō? Zur Lesung
Die drei Schriftzeichen 森月城 werden gelegentlich zu Shingetsujō zusammengezogen, wobei das erste Zeichen in seiner sinojapanischen Lesung genommen und als Teil des Künstlernamens statt als Familienname gelesen wird. Gemeint ist in beiden Fällen derselbe Maler: Mori ist der Familienname, Getsujō der Gō.
Die Chikujōkai und ihre Schüler
Takeuchi Seihō war die bestimmende Figur der Kyōtoer Malerei seiner Zeit. Aus seiner Malschule Chikujōkai gingen zahlreiche Maler hervor, die den Kyōtoer Kunstbetrieb der Taishō- und Shōwa-Zeit prägten – unter ihnen Tokuoka Shinsen. Was Seihō weitergab, war weniger ein Stil als eine Haltung zur Naturbeobachtung: genaues Hinsehen, aber ohne die Absicht, das Gesehene bloß abzubilden.
Weinranke und Streifenhörnchen
Weinranken mit einem kleinen Tier darin gehören zu jenen Motiven, die keinen feierlichen Anspruch erheben. Das Streifenhörnchen zwischen den Blättern bringt Bewegung und einen Zug ins Beiläufige, die Ranke gibt dem Bild seine Struktur: Sie zieht sich diagonal über die Fläche und ordnet den Bildraum, ohne ihn zu füllen. Motivisch gehört ein solches Kakemono in den Spätsommer und frühen Herbst, wenn die Trauben reifen.