Nakamura Shundei
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Nakamura Shundei (中村春泥): Kachō-ga-Maler aus der Präfektur Yamaguchi
Nakamura Shundei (中村春泥, 1904–1966) war ein japanischer Nihonga-Maler der Shōwa-Zeit. Geboren wurde er in Hōfu, einer Stadt an der Seto-Inlandsee im Süden der Präfektur Yamaguchi; sein bürgerlicher Name lautete Nobuo (信夫). Sein Werk gilt fast ausschließlich der Kachō-ga, der Blumen- und Vogelmalerei.
Der Künstlername: Shundei und das Jahreszeitenwort des Frühlings
Die Schriftzeichen 春泥 werden Shundei gelesen; daneben ist die Form Shunden im Umlauf, die dieselbe Person bezeichnet. Wörtlich bedeutet der Name „Frühlingsschlamm“ und benennt die aufgeweichten Wege der Tauwetterzeit – in der japanischen Dichtung ein festes Jahreszeitenwort für den frühen Frühling. Für einen Maler, dessen Motive dem Übergang vom Winter zum Frühjahr gelten, ist die Wahl programmatisch.
Ausbildung bei Arai Kanpō und die Jahre am Inten
Shundei war Schüler von Arai Kanpō und bewegte sich im Umfeld der Kawabata-Malschule in Tōkyō, die eine ganze Generation von Nihonga-Malern hervorbrachte. Ab 1941 stellte er beim Inten aus, der Jahresausstellung des Nihon Bijutsuin, und wurde dort als In'yū geführt – eine feste Zugehörigkeitsstufe unterhalb der Vollmitgliedschaft, die eine dauerhafte Bindung an die Institution bezeichnet. Das Nihon Bijutsuin stand seit seiner Gründung für eine Nihonga-Auffassung, die sich bewusst neben dem staatlich getragenen Ausstellungsbetrieb behauptete.
Uguisu und Pflaume: das erste Frühlingsbild des Jahres
Der Uguisu, japanischer Buschsänger, ruft, wenn die Pflaume blüht — noch vor der Kirschblüte, oft während es nachts friert. Beide zusammen bilden das früheste Frühlingsmotiv des japanischen Bildkalenders und gehören in die Wochen um den Jahreswechsel nach altem Kalender. Malerisch reizvoll ist der Größenunterschied: Der Vogel sitzt klein und unauffällig in einem Geäst, das das halbe Bildfeld einnimmt, und wird oft erst auf den zweiten Blick bemerkt. Ein solches Kakemono hängt wenige Wochen und wandert dann zurück in den Kasten — der Grund, weshalb sich Rollbilder dieser Gattung häufig in gutem Zustand erhalten haben.