Ōhi Chō
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Ōhi Chō (大樋長): Töpfername der Ōhi-Keramik aus Kanazawa
Ōhi Chō (大樋長) ist ein Töpfername innerhalb der Ōhi-Keramik, einer der eigenständigsten Keramiktraditionen Japans. Ōhi-yaki wird in Kanazawa in der Präfektur Ishikawa gefertigt und zählt zu den Wakigama, den Nebenöfen der Raku-Tradition: Die Ware wird ohne Töpferscheibe von Hand aufgebaut und bei niedriger Temperatur gebrannt, folgt also derselben Technik wie das Kyōtoer Raku.
Ein Ofen im Dienst der Fürsten Maeda seit 1666
Die Geschichte des Ofens beginnt um 1666. Der erste Ōhi Chōzaemon folgte dem Urasenke-Teemeister Sensō nach Kanazawa in den Dienst des Fürstenhauses Maeda, das dort eine der prächtigsten Hofkulturen Japans außerhalb der großen Zentren unterhielt. Aus dieser Verbindung von Teemeister, Töpfer und fürstlichem Auftraggeber entstand eine Tradition, die bis heute besteht: Die Hauptlinie führt den Namen Ōhi Chōzaemon in inzwischen elf Generationen. Der zehnte Träger wurde 2004 zum Person mit besonderen kulturellen Verdiensten ernannt und erhielt 2011 den Kulturorden; der elfte übernahm den Namen 2016.
Die Ame-Glasur als Erkennungsmerkmal
Was Ōhi-Keramik auf den ersten Blick kenntlich macht, ist die Ame-gusuri – eine bernstein- bis tiefbraune Glasur, deren Name sich vom japanischen Wort für Malzzucker ableitet. Beim Brand entstehen darin lebendige, nicht vorhersehbare Übergänge zwischen glänzenden und matteren Partien, die jedem Stück ein eigenes Gesicht geben. Zusammen mit der weichen, handgeformten Wandung ergibt das die charakteristische Wärme, die Ōhi-Ware von der strengeren schwarzen Kyōto-Raku unterscheidet.
Zur Einordnung des Namens
Die Kurzform 大樋長 ist mehrdeutig, denn im Umfeld des Ofens wirkten und wirken mehrere Töpfer mit ähnlich gebildeten Namen; sie bezeichnet daher nicht zwingend die Hauptlinie Ōhi Chōzaemon. Welcher Hand ein einzelnes Stück zuzuordnen ist, ergibt sich aus der Töpfermarke und der Beschriftung der zugehörigen Holzkiste (Tomobako), die bei Ōhi-Ware zum Objekt gehört und es über Generationen begleitet.
Ame-Glasur: worauf beim Ōhi-Stück zu achten ist
Die Ame-gusuri ist das Erkennungsmerkmal der Ōhi-Keramik, und sie fällt bei jedem Brand anders aus. Auf ein und demselben Stück wechseln bernsteinfarbene, tiefbraune, glänzende und mattere Zonen; wo die Glasur dünner liegt, scheint der Scherben durch und die Farbe wird wärmer. Wer ein Guinomi oder eine Chawan aus Ōhi-Ware kaufen möchte, sollte die Detailaufnahmen bei unterschiedlichem Licht vergleichen, weil sich die Glasur je nach Einfall verändert. Der zweite Punkt ist das Gewicht: Niedrig gebrannte Ware bleibt porös und leicht — man merkt beim ersten Anheben, ob ein Stück in diese Tradition gehört.