Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Künstler

Okajima Seikō

Okajima Seikō (岡島清曠, 1827–1877) war Maler der Shijō-Schule und Schüler Yokoyama Seikis. Sein Wirken verbindet Kyōto mit der Malereitradition von Kaga.
Kakemono von Okajima Seikō: zwei Vögel in den Zweigen eines Baumes, Tusche und Farbe.
Zwei Vögel auf einem Baum – Kakemono von Okajima Seikō (岡島清曠), Edo-Zeit (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Okajima Seikō (岡島清曠) war ein japanischer Maler der späten Edo- und frühen Meiji-Zeit (1827–1877). Er war Schüler von Yokoyama Seiki, einem führenden Vertreter der Shijō-Schule in Kyōto, und steht zugleich in Verbindung zur Malereitradition von Kaga mit ihrem Zentrum Kanazawa. Aus der Shijō-Schulung stammt sein Zugang zur Blumen- und Vogelmalerei: genaue Naturbeobachtung, weich modellierte Tuschelagen und ein sparsamer Farbeinsatz. Der Künstlername 清曠 wird Seikō gelesen; im Kunsthandel begegnet daneben die Form Kiyohiro.

Okajima Seikō (岡島清曠): Shijō-Maler zwischen Kyōto und Kaga

Okajima Seikō (岡島清曠, 1827–1877) war ein japanischer Maler, dessen Wirken in die späte Edo- und die frühe Meiji-Zeit fällt. Er war Schüler von Yokoyama Seiki, einem der führenden Vertreter der Shijō-Schule in Kyōto, und steht zugleich in Verbindung zur Provinz Kaga mit ihrem Zentrum Kanazawa – einer Region, die unter den Fürsten Maeda eine eigenständige und ungewöhnlich gut ausgestattete Kunstlandschaft ausgebildet hatte.

Zur Lesung: Seikō, nicht Kiyohiro

Der Künstlername 清曠 wird Seikō gelesen. In Objektbeschreibungen und Bestandslisten begegnet häufig die Form „Kiyohiro“, die sich aus den japanischen Lesungen der Einzelzeichen ergibt. Beide Schreibweisen bezeichnen denselben Maler; wer nach Kiyohiro sucht, sucht nach Seikō.

Die Schule Yokoyama Seikis und die Shijō-Malweise

Yokoyama Seiki gehörte zu den Malern, die die Shijō-Richtung im Kyōto des 19. Jahrhunderts prägten. Diese aus der Maruyama-Schule hervorgegangene Richtung setzte auf genaue Naturbeobachtung, verzichtete aber auf den harten Umriss der älteren Schulen: Formen entstehen aus abgestuften Tuschelagen, Farbe wird sparsam und gezielt gesetzt. Für die Blumen- und Vogelmalerei erwies sich das als besonders tragfähig, weil Gefieder, Blüte und Zweig so ihre stoffliche Eigenart behalten.

Der Vogel im fruchttragenden Baum

Ein Vogel in den Zweigen eines Obstbaums legt das Bild auf eine bestimmte Woche im Jahr fest — Blüte, Fruchtansatz und reife Frucht bezeichnen jeweils einen anderen Zeitpunkt, und die Shijō-Malerei nimmt diesen Unterschied ernst. Ihre Stärke liegt darin, dass Gefieder, Rinde und Blatt ihre stoffliche Eigenart behalten, obwohl kaum Farbe im Spiel ist: Alles entsteht aus abgestuften Tuschelagen, in die nur an wenigen Stellen ein Pigment gesetzt wird. Wer Kakemono nach dem Kalender ordnet, findet in dieser Gattung die feinsten Abstufungen.