Suzuki Shōnen
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Suzuki Shōnen (鈴木松年): der „Shōhaku der Gegenwart“
Suzuki Shōnen (鈴木松年, 1848–1918) war ein japanischer Maler und wurde in Kyōto geboren, im Viertel Higashinotōin Nishikikōji. Er war Sohn des Suzuki Hyakunen, der die Suzuki-Malschule begründet hatte; auch seine Brüder Hyakusui und Mannen wurden Maler. Zeitgenossen nannten ihn den „Shōhaku der Gegenwart“ – ein Vergleich mit Soga Shōhaku, dem eigenwilligsten Maler der Edo-Zeit, der sich sowohl auf Shōnens ungestüme Malweise als auch auf sein unbeugsames Wesen bezog.
Eine Tuschelinie, die sich vom Vater absetzt
Hyakunens Malerei galt als sanft und ausgewogen; sein Sohn ging in die entgegengesetzte Richtung. Shōnen arbeitete mit einer so kräftig aufgesetzten Tuschelinie, dass sie an den Rändern aufreißt – jener trockene Strich, der entsteht, wenn der Pinsel schneller geführt wird, als die Tusche nachfließt. Daraus gewinnt sein Werk seine Wucht. Bevorzugte Motive sind Kiefern sowie Themen aus der Ōtsu-Volksmalerei, einer volkstümlichen Bildtradition, die im offiziellen Kunstbetrieb wenig galt.
Lehrtätigkeit an der Präfekturalen Malschule Kyōto
Von April 1881 bis 1888 unterrichtete Shōnen als Hilfslehrer an der Präfekturalen Malschule Kyōto und trat dort die Nachfolge Kōno Bairejs an. In diese Zeit fällt seine wohl folgenreichste Wirkung: Er war der erste Lehrer von Uemura Shōen, die später zur bedeutendsten Malerin Japans wurde und als erste Frau den Kulturorden erhielt.
Kiefern und die Kraft des trockenen Strichs
Die Kiefer ist in der ostasiatischen Malerei das Sinnbild der Beständigkeit, und sie verlangt vom Maler eine Linie, die Rinde und Widerstand spürbar macht. Genau dafür eignet sich der aufreißende, trockene Strich, für den Shōnen bekannt war. Bei Vogeldarstellungen kippt dieselbe Handschrift ins Gegenteil: Die Masse des Körpers entsteht aus wenigen breiten Zügen, während Auge und Schnabel mit spitzem Pinsel gesetzt sind. Wer japanische Rollbilder in Tusche vergleicht, findet in dieser Spanne zwischen trockenem und nassem Strich das aufschlussreichste Merkmal.