Takeda Ekishū
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Takeda Ekishū (竹田益州): 35 Jahre an der Spitze des Kennin-ji
Takeda Ekishū (竹田益州, 1896–1989) war ein japanischer Zen-Mönch der Rinzai-Schule und Kalligraf. Geboren wurde er in Bungo-Takeda in der Präfektur Ōita. Von 1945 bis 1980 leitete er die Meditationshalle des Kennin-ji in Kyōto und war damit für die Ausbildung der Mönche verantwortlich; ab 1954 stand er als Kanchō an der Spitze der Kennin-ji-Linie – ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1989 innehatte, also 35 Jahre lang.
Zur Lesung: Ekishū, nicht Masuyoshi
Die Schriftzeichen 益州 werden Ekishū gelesen. In Objektbeschreibungen begegnet daneben die Form Masuyoshi, die auf den japanischen Lesungen der Einzelzeichen beruht. Beide bezeichnen denselben Kalligrafen.
Der Kennin-ji
Der Kennin-ji ist das älteste Zen-Kloster Kyōtos, gegründet 1202 von Eisai, der den Rinzai-Zen und zugleich den Teeanbau nach Japan brachte. 1964 leitete Ekishū die Feiern zum 750. Todestag des Gründers; 1981 führte er eine japanisch-chinesische Freundschaftsdelegation nach China. Sein Buch über Eisai und den Kennin-ji erschien 1981, eine Sammlung seiner Schriften 1983.
Das Zeichen nin: Geduld als Übung
Ekishū schrieb mit besonderer Vorliebe das Zeichen 忍 – nin, Geduld oder Ertragen. Es überrage, so seine Lehre, sogar Gebote und Askese. Solche Ein-Zeichen-Kalligrafien stellen den Schreiber vor die härteste Aufgabe: Es gibt keinen Kontext, der etwas auffangen könnte, das Zeichen steht allein auf der Fläche. Der Zug muss von Anfang bis Ende tragen, Druck und Tempo sind unmittelbar ablesbar, und der Punkt, an dem die Tusche ausgeht, wird Teil der Aussage. Auch das Zeichen für Schnee gehört zu diesen einzeln gesetzten Schriftbildern, die im Tokonoma die Jahreszeit ebenso benennen wie eine Haltung.