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Künstler

Yagioka Shunzan

Yagioka Shunzan (八木岡春山, 1879–1942) studierte alte Malerei durch Kopieren und wurde zur tragenden Figur der Japanischen Kunstgesellschaft.
Kakemono von Yagioka Shunzan: Szene am Rand eines Wasserfalls, in Tusche und Farbe.
Am Rand des Wasserfalls – Kakemono von Yagioka Shunzan (八木岡春山) (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Yagioka Shunzan (八木岡春山) war ein japanischer Maler (1879–1942), geboren im Tōkyōter Stadtteil Fukagawa. Sein bürgerlicher Name lautete Ryōnosuke. Ab 1896 lernte er bei Gejō Keikoku, studierte Hokusai und widmete sich dem Kopieren alter Malerei. Er stellte bei der Japanischen Kunstgesellschaft und auf den Nationalen Industrieausstellungen aus und wurde dort ausgezeichnet; zweimal war er beim Bunten vertreten. 1919 wurde er Mitglied im ersten Ausschuss der Japanischen Kunstgesellschaft, später deren Direktor und Obmann der Jury. Sein Werk blieb der überlieferten Pinsel- und Tuschetechnik verpflichtet, mit einem Schwerpunkt auf Blumen- und Vogelmotiven.

Yagioka Shunzan (八木岡春山): Kopieren als Methode

Yagioka Shunzan (八木岡春山, 1879–1942) war ein japanischer Maler, geboren im Tōkyōter Stadtteil Fukagawa. Sein bürgerlicher Name lautete Ryōnosuke (亮之助). Ab 1896 lernte er bei Gejō Keikoku, beschäftigte sich mit Hokusai und widmete sich vor allem einer Tätigkeit, die heute leicht unterschätzt wird: dem systematischen Kopieren alter Malerei.

Warum das Kopieren zählte

In der japanischen Malerei war das Nachzeichnen älterer Werke keine Notlösung, sondern die zentrale Lernform. Wer eine Bildtradition beherrschen wollte, musste ihre Lösungen erst mit dem eigenen Pinsel nachvollziehen. Zugleich diente das Kopieren der Überlieferung selbst: Viele Werke sind nur durch solche Nachzeichnungen bekannt, weil die Originale verloren gingen. Shunzans Zugang zur Malerei war entsprechend gelehrt, und sein Stil blieb der überlieferten Pinsel- und Tuschetechnik verpflichtet.

In der Japanischen Kunstgesellschaft

Shunzan stellte bei der Japanischen Kunstgesellschaft und auf den Nationalen Industrieausstellungen aus und wurde dort mehrfach ausgezeichnet; zweimal war er beim Bunten vertreten. 1919 wurde er Mitglied im ersten Ausschuss der Gesellschaft, später deren Direktor, Beirat und Obmann der Jury – er wechselte also von der Seite der Ausstellenden auf die der Entscheidenden. 1935 hielt er einen Vortrag über japanische Malerei vor der Prinzessin Takamatsu. Zu seinen Arbeiten zählen Zedernholztüren mit Blumen- und Vogelmotiven von 1919 sowie mehrere Jahreszeitenfolgen der 1930er Jahre.

Landschaft in Tusche: Maßstab und Leere

Die überlieferte Landschaftsmalerei arbeitet mit wenigen Mitteln: einem Berg, der sich aus dem Nebel schält, einer weiten, fast leeren Bildfläche und einem kleinen menschlichen Zeichen darin – ein paar Dächern am Hang, einem Baum, mitunter einer Gestalt am Rand eines Wasserfalls. Dieses Zeichen ist kein Motiv, sondern ein Maßstab: Es macht die Größe der Landschaft erst sichtbar. Der leer gelassene Grund gehört dabei ebenso zur Komposition wie die gesetzten Striche. Solche Rollbilder verlangen ein hohes Format und wirken am besten in einer schmalen, tiefen Nische.