Yamamoto Shunkyo
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Yamamoto Shunkyo (山元春挙): Landschaftsmalerei aus Kyōto
Yamamoto Shunkyo (山元春挙, 1871–1933) zählte zu den führenden Malern des Kyōto der Meiji- und Taishō-Zeit. Sein bürgerlicher Name lautete Kin'emon; geboren wurde er in Zeze am Biwa-See, dem heutigen Ōtsu in der Präfektur Shiga – eine Landschaft aus Wasser, Bergen und wechselndem Licht, die sein Werk bestimmen sollte.
Ausbildung bei Nomura Bunkyo und Mori Kansai
Um 1883, mit zwölf oder dreizehn Jahren, trat Shunkyo bei Nomura Bunkyo in Kyōto ein, einem entfernten Verwandten, der ihm auch den Künstlernamen gab. Später lernte er bei Mori Kansai, einem der letzten großen Vertreter der Maruyama-Tradition. Aus beiden Schulungen zusammen entstand seine Zugehörigkeit zur Shijō-Richtung, deren genaue Naturbeobachtung er auf die Landschaft anwandte.
Hofkünstler und internationale Anerkennung
1917 wurde Shunkyo zum kaiserlichen Hofkünstler ernannt, 1926 erhielt er den französischen Orden der Ehrenlegion – eine Auszeichnung, die zeigt, wie weit die Wahrnehmung japanischer Malerei zu diesem Zeitpunkt bereits reichte. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen Die Tiefe von Shiobara von 1909 und Kiefern im Schnee von 1908.
Das „Shunkyo-Blau“ und das Wasser als Motiv
Shunkyos Ruf gründet wesentlich auf einer Farbe. Sein leuchtendes, zugleich transparentes Blau wurde als „Shunkyo-Blau“ bekannt, und seine Zusammensetzung ist bis heute nicht abschließend geklärt. Zur Geltung kommt es vor allem im Wasser – in Wasserfällen, Strömungen und Seeflächen, die den Kern seines Werks bilden. Ein stürzender Wasserfall verlangt vom Maler zweierlei zugleich: die Bewegung der fallenden Masse und die Ruhe des Fels, an dem sie sich bricht. Wer japanische Rollbilder mit Wassermotiven vergleicht, findet hier den Maßstab, an dem sich die Kyōtoer Landschaftsmalerei messen lassen musste.