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Künstler

Yamauchi Kōsetsu

Yamauchi Kōsetsu (山内香雪, 1799–1860) war Kalligraf, Dichter und Literatenmaler der späten Edo-Zeit. Er stammte aus dem Aizu-Samuraistand und lernte bei Ichikawa Beian.
Kakemono von Yamauchi Kōsetsu: Mönch beim Garnelenfang, Tuschemalerei mit Inschrift.
Mönch beim Garnelenfang – Kakemono von Yamauchi Kōsetsu (山内香雪), späte Edo-Zeit (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Yamauchi Kōsetsu (山内香雪) war ein japanischer Kalligraf, Dichter und Literatenmaler der späten Edo-Zeit (1799–1860). Er stammte aus dem Samuraistand des Lehens Aizu und ging 1820 nach Edo. Dort lernte er im Umkreis von Kameda Bōsai und Ōkubo Shibutsu und wurde Schüler des Kalligrafen Ichikawa Beian. Reisen führten ihn nach Kyōto und Nagasaki; später unterhielt er in Edo eine eigene Privatschule. Sein Rufname war Shin (晋), sein Azana Kiitsu (希逸), als Gō führte er unter anderem Isshidō (一枝堂).

Yamauchi Kōsetsu (山内香雪): Kalligraf und Bunjin der späten Edo-Zeit

Yamauchi Kōsetsu (山内香雪, 1799–1860) war ein japanischer Kalligraf, Dichter und Literatenmaler. Er zählt zu den Bunjin – jenem Typus des gebildeten Dilettanten im ursprünglichen Wortsinn, der Kalligrafie, Dichtung und Malerei als zusammengehörige Künste betrieb und sich gerade nicht als Handwerker einer einzelnen Gattung verstand.

Vom Aizu-Samurai zum Schüler Ichikawa Beians

Kōsetsu stammte aus dem Samuraistand des Lehens Aizu im heutigen Fukushima. 1820 ging er nach Edo und bewegte sich dort im Umkreis von Kameda Bōsai und Ōkubo Shibutsu, zwei zentralen Figuren der Edoer Literatenszene. Als Kalligraf wurde er Schüler von Ichikawa Beian, der zu den drei bedeutendsten Kalligrafen der Bakumatsu-Zeit gezählt wird. Reisen führten Kōsetsu nach Kyōto und nach Nagasaki – letzteres war für Literaten von besonderem Interesse, weil dort chinesische Vorbilder und Bücher unmittelbar zugänglich waren. Später unterhielt er in Edo eine eigene Privatschule.

Namen

Sein Rufname war Shin (晋), sein Azana lautete Kiitsu (希逸). Als Gō führte er unter anderem Isshidō (一枝堂). Diese Namensvielfalt ist bei Bunjin die Regel und bei der Zuordnung einer Signatur zu berücksichtigen.

Bild und Inschrift: die Gattung der Bunjin

In der Literatenmalerei sind Bild und Text keine getrennten Dinge. Ein Mönch beim Garnelenfang, daneben eine Zeile in derselben Hand: Die Inschrift kommentiert die Szene, ordnet sie ein oder setzt ihr etwas entgegen, und der Duktus der Schrift gehört zur Bildwirkung. Wer ein solches Kakemono kaufen möchte, sollte deshalb die Schriftpartie ebenso ansehen wie das Motiv — bei einem Bunjin, dessen Schwerpunkt auf der Kalligrafie lag, ist sie oft der anspruchsvollere Teil. Auch die Frage, ob Gattung und Epoche eines Objekts zu einem Kalligrafen der Bakumatsu-Zeit passen, klärt sich meist an der Schrift.