Yoda Chikoku
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Yoda Chikoku (依田竹谷): Literatenmaler im Edo der späten Edo-Zeit
Yoda Chikoku (依田竹谷, 1790–1843) war ein japanischer Maler der Nanga-Richtung, der japanischen Literatenmalerei. Er lebte in Edo im Viertel Shitaya Ōtonomachi und starb 1843 im Alter von 54 Jahren. Sein Rufname war Kin (瑾), seine Azana lauteten Shichō (子長) und Shukunen (叔年).
Künstlernamen und ihre Bedeutung
Neben Chikoku (竹谷) führte er mehrere weitere Gō: Ryōkan Dōjin (凌寒道人), Sankokuan (三谷庵) und Eikasai (盈科斎). Solche Namen sind in der Literatenmalerei keine bloßen Etiketten, sondern Programm – „Ryōkan“ etwa verweist auf das Standhalten in der Kälte, ein Motiv, das in der Bildwelt des Nanga eng mit Kiefer, Bambus und Pflaume verbunden ist, den sogenannten drei Freunden des Winters.
Schüler Tani Bunchōs, Lehrer Takaku Ryūkos
Chikoku lernte bei Tani Bunchō, dem einflussreichsten Maler Edos seiner Generation. Aus dessen Schule schied er später aus und arbeitete fortan eigenständig weiter. Auf seine Lehrtätigkeit wirkte sich das nicht aus: Sein Schüler Takaku Ryūko trat später die Nachfolge Takaku Aigais an und wurde damit selbst zu einem Bindeglied der Bunchō-Linie.
Blumen, Vögel, Landschaften: das Themenspektrum Chikokus
Chikoku arbeitete über die ganze Breite der Literatenmalerei – Blumen- und Vogelbilder, Landschaften, Figurendarstellungen sowie Insekten und Fische. Überliefert sind unter anderem eine Darstellung zweier Hirsche im Mondlicht, eine Weide mit Brillenvogel, ein Eulenbild und ein Porträt des Konfuzius-Schülers Bu Shang. Diese Spannweite entspricht dem Anspruch der Literatenmalerei, in der die Beherrschung des Pinsels und nicht die Spezialisierung auf ein Sujet den Rang des Malers bestimmt.
Die drei Freunde des Winters
Kiefer, Bambus und blühende Pflaume bilden zusammen ein Motiv, das in Ostasien seit Jahrhunderten für dieselbe Sache steht: Die Kiefer behält ihre Nadeln, der Bambus biegt sich ohne zu brechen, die Pflaume blüht als erste, während noch Schnee liegt. Beständigkeit, Nachgiebigkeit, Erneuerung — drei Haltungen in einem Bild. Ein solches Kakemono gehört an den Jahreswechsel und in die kalte Jahreszeit und ist damit eines der wenigen Motive, die man von Dezember bis in den Februar hängen lassen kann. In der Literatenmalerei wird es fast immer in Tusche ausgeführt, mit Farbe allenfalls an den Blüten.