Ikegami Shūho
Inhaltsverzeichnis
Ikegami Shūho (池上秀畝): Landschaft und Kachō-ga zwischen Taishō und Shōwa
Ikegami Shūho (池上秀畝, 1874–1944) war ein japanischer Nihonga-Maler. Er wurde in Takatō in der Präfektur Nagano geboren und trug den bürgerlichen Namen Kunisaburō. Sein Arbeitsgebiet waren Landschaften und die Blumen- und Vogelmalerei; er starb 1944 in Tōkyō.
Erster Schüler Araki Kanpōs
Shūho wurde der erste förmliche Schüler von Araki Kanpō und blieb vier Jahre bei ihm – zu einer Zeit, als Kanpō selbst noch wenig bekannt war und seine große Anerkennung erst bevorstand. Über Kanpō ist Shūho mit der Linie Tani Bunchōs verbunden und damit mit der Literatenmalerei, in deren Verfahren er ausgebildet wurde. Ein zeitweiliger Ausflug in westliche Techniken fand nicht die Zustimmung seines Lehrers und blieb Episode.
Dreimal Sonderauswahl bei der Bunten
Von 1916 bis 1918 erhielt Shūho dreimal in Folge die Sonderauswahl der Bunten – eine Auszeichnung, die in diesen Jahren praktisch den Rang eines etablierten Malers verlieh. Ab 1933 wirkte er als Juror der Teiten und stand damit selbst auf der Seite, die über Annahme und Ablehnung entschied.
Der Vogel im herbstlichen Zweig
Ein Vogel auf einem sich verfärbenden Zweig bündelt, was die Kachō-ga leisten soll: Das Blatt gibt die Jahreszeit, der Vogel den Augenblick. In der Verbindung von Landschaftsmalerei und Blumen-Vogel-Bild, die Shūhos Werk kennzeichnet, tritt oft ein dritter Zug hinzu – ein angedeuteter Bildraum hinter dem Zweig, der das Motiv aus dem rein Dekorativen heraushebt. Für den Herbstwechsel im Tokonoma sind solche Rollbilder die naheliegende Wahl.