Imai Keiju
Inhaltsverzeichnis
Imai Keiju (今井景樹): Schüler und Sohn Imao Keinens
Imai Keiju (今井景樹) war ein japanischer Maler der Maruyama-Schule. Geboren wurde er in Seki im Landkreis Suzuka, im heutigen Mie. Er ging nach Kyōto und lernte bei Imao Keinen, dessen Adoptivsohn er später wurde – ein in der japanischen Malerei üblicher Weg, bei dem Lehrverhältnis und Familiennachfolge zusammenfallen.
Keiju oder Keiki? Zur Lesung
Der Künstlername 景樹 erscheint in zwei Lesungen, Keiju und Keiki. Beide bezeichnen denselben Maler; wer nach Imai Keiki sucht, meint dieselben Arbeiten.
Die Schule Imao Keinens
Imao Keinen (1845–1924) zählte zu den bedeutendsten Blumen- und Vogelmalern des Kyōto der Meiji- und Taishō-Zeit. Er stand in der Maruyama-Tradition und trieb deren Prinzip – die genaue Naturstudie – auf die Spitze: Seine Kachō-ga verbinden präzise Beobachtung mit einer leuchtenden, sorgfältig abgestuften Farbigkeit. Sein Vorlagenwerk zur Blumen- und Vogelmalerei fand weite Verbreitung und prägte eine ganze Generation. Keiju arbeitete in dieser Richtung weiter.
Ahorn im Herbst
Der Ahorn ist in Japan das Herbstmotiv schlechthin – das Betrachten der Verfärbung hat als Momijigari einen ähnlichen Rang wie die Kirschblütenschau im Frühjahr. Für den Maler liegt der Reiz in der Farbabstufung: Ein Ahornzweig zeigt gleichzeitig grüne, gelbe und tiefrote Blätter, und der Übergang zwischen ihnen entscheidet über die Wirkung. Kleine Vögel im Geäst geben dem Bild seinen Maßstab. Solche Kakemono hängen von Oktober bis in den frühen Winter.