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Künstler

Kanō Tanshin

Kanō Tanshin (狩野探信) ist ein Künstlername, den zwei Maler des Kajibashi-Kanō-Hauses in unterschiedlichen Jahrhunderten führten.
Kakemono von Kanō Tanshin: Drache zwischen Wolken und Wellen, in Tusche auf Seide.
Drache zwischen Wolken und Wellen – Kakemono von Kanō Tanshin (狩野探信) (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Kanō Tanshin (狩野探信) ist ein Künstlername innerhalb der Kanō-Schule, den zwei Maler führten: Tanshin Morimasa (1653–1718), der Sohn Kanō Tan'yūs, sowie Tanshin Morimichi (1785–1835), der rund ein Jahrhundert später wirkte. Beide gehörten dem Kajibashi-Kanō-Haus an, einem der vier Oku-eshi-Häuser im Dienst des Shōgunats. Welchem der beiden ein einzelnes Werk zuzurechnen ist, ergibt sich aus Signatur, Siegel und gegebenenfalls dem Rangtitel; zwischen ihren Lebenszeiten liegen mehrere Malergenerationen.

Kanō Tanshin (狩野探信): ein Name in zwei Jahrhunderten

Kanō Tanshin (狩野探信) ist ein Künstlername innerhalb der Kanō-Schule, und er wurde von zwei Malern geführt, die durch rund ein Jahrhundert getrennt sind. Der erste war Tanshin Morimasa (1653–1718), Sohn des Kanō Tan'yū – des bedeutendsten Kanō-Malers der frühen Edo-Zeit. Der zweite, Tanshin Morimichi (1785–1835), wirkte in der späten Edo-Zeit. Beide gehörten dem Kajibashi-Kanō-Haus an, einem der vier Oku-eshi-Häuser im Dienst des Shōgunats.

Warum die Unterscheidung nicht nebensächlich ist

Zwischen den Lebenszeiten der beiden liegen mehrere Malergenerationen, und die Kanō-Malerei veränderte sich in dieser Zeit erheblich: Was um 1700 noch aus der unmittelbaren Nähe zu Tan'yū heraus entstand, war um 1820 längst schulmäßig gefestigt. Ein Werk unter diesem Namen lässt sich daher nicht ohne Weiteres einordnen. Aufschluss geben Signatur, Siegel und gegebenenfalls ein beigefügter Rangtitel; auch Malgrund und Montierung geben Hinweise auf die Entstehungszeit.

Die Weitergabe von Namen in den Kanō-Häusern

Dass ein Gō über Generationen wiederverwendet wurde, war in der Kanō-Schule Regel, nicht Ausnahme. Ein Name bezeichnete weniger eine Person als eine Stellung im Haus, und wer sie einnahm, übernahm ihn. Dieselbe Konstellation findet sich beim Namen Zuisen im Hamachō-Haus. Für die Beschäftigung mit Kanō-Malerei folgt daraus eine Grundregel: Der Name allein datiert ein Werk nicht.

Der Drache zwischen Wolken und Wellen

Der Drache gehört zu den anspruchsvollsten Motiven der Kanō-Malerei und war ein Prüfstein für die Schule. Er verkörpert Wasser und Wetter zugleich; in der Bildtradition steigt er aus den Wellen in die Wolken auf, sodass die drei Elemente ineinander übergehen und der Maler die Grenze zwischen ihnen bewusst offenlassen muss. Ausgeführt wird das fast ausschließlich in Tusche, weil nur sie die nötigen Übergänge zwischen dicht und offen hergibt. Solche Rollbilder hängen traditionell zu Anlässen, die Kraft und Schutz beschwören.

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