Matsuura Shōdō
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Matsuura Shōdō (松浦松洞): Maler zwischen Pinsel und Politik
Matsuura Shōdō (松浦松洞, 1837–1862) war ein japanischer Maler der Bakumatsu-Zeit, jener Umbruchjahre vor dem Ende des Shōgunats. Geboren wurde er in Hagi in der Provinz Chōshū als Kind eines Fischhändlers – eine Herkunft, die eine Malerlaufbahn nicht nahelegte. Sein Talent verschaffte ihm dennoch eine Anstellung im Dienst eines Beamten des Lehens Chōshū. Ausgebildet wurde er in der Shijō-Schule.
Schüler Yoshida Shōins
1856 trat Shōdō in die Shōka Sonjuku ein, die Privatschule Yoshida Shōins. Aus diesem kleinen Kreis in Hagi gingen zahlreiche Männer hervor, die wenige Jahre später die Meiji-Restauration trugen. Shōdō beteiligte sich an der Sonnō-jōi-Bewegung – „Verehrt den Kaiser, vertreibt die Barbaren“ –, die sich gegen die Öffnung des Landes richtete.
Das Bildnis Yoshida Shōins
1859 wurde Shōins Überführung nach Edo beschlossen, wo ihn im Zuge der Ansei-Verfolgungen die Hinrichtung erwartete. Vor dem Abtransport schuf Shōdō das Bildnis seines Lehrers. Dieses Porträt wurde zur maßgeblichen Darstellung Yoshida Shōins und prägt bis heute, wie sich Japan diesen Gelehrten vorstellt – vergleichbar der Wirkung, die Kikuchi Yōsais Kompendium für die Historienmalerei hatte. Shōdō selbst nahm sich 1862 in Kyōto das Leben, 25 Jahre alt, aus Enttäuschung über den politischen Kurs des Hofes.
Bambus und Spatz: ein Motiv der Shijō-Schule
Neben dem Porträt steht das übliche Repertoire der Shijō-Malerei: Vögel, Pflanzen, kleine Naturbeobachtungen. Bambus mit einem Spatz gehört zu den am häufigsten geübten Motiven dieser Schule, weil es zwei Aufgaben zugleich stellt – der Bambushalm verlangt einen gleichmäßigen, in einem Zug geführten Strich, der Vogel dagegen die weiche Modellierung des Gefieders. An diesem Gegensatz lässt sich die Hand eines Shijō-Malers besonders gut ablesen.