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Künstler

Ōtaki Uzan

Ōtaki Uzan (大滝雨山) war ein japanischer Maler und Lehrer. Zu seinen Schülern zählte Awaji Saisō, der auch bei Hirafuku Hyakusui lernte.
Kakemono von Ōtaki Uzan: Eisvogel im Sturzflug über dem Wasser.
Eisvogel im Sturzflug – Kakemono von Ōtaki Uzan (大滝雨山) (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Ōtaki Uzan (大滝雨山) war ein japanischer Maler und Lehrer. Zu seinen Schülern zählte Awaji Saisō, der seine Ausbildung bei ihm und bei Hirafuku Hyakusui erhielt – einem der bekannteren Nihonga-Maler der Meiji- und Taishō-Zeit. Uzans Arbeitsgebiet war die Vogel- und Tiermalerei in der Tradition der japanischen Naturbeobachtung, in der Haltung und Bewegung eines Tieres mit wenigen Pinselzügen festgehalten werden.

Ōtaki Uzan (大滝雨山): Maler und Lehrer

Ōtaki Uzan (大滝雨山) war ein japanischer Maler, dessen Wirken in die Meiji- und Taishō-Zeit fällt. Fassbar wird er vor allem über seine Lehrtätigkeit: Der Maler Awaji Saisō erhielt seine Ausbildung bei ihm und bei Hirafuku Hyakusui, einem der bekannteren Nihonga-Maler dieser Jahre. Eine solche Doppelschulung war üblich – wer sich als Maler etablieren wollte, sammelte Unterweisung bei mehreren Meistern, und die Nennung beider Namen nebeneinander zeigt, dass Uzan im Kreis der ernstzunehmenden Lehrer stand.

Vogel- und Tiermalerei in der Nihonga-Tradition

Uzans Arbeitsgebiet war die Vogel- und Tiermalerei. Diese Gattung verlangt eine besondere Form der Beobachtung: Nicht das ruhende Tier ist das eigentliche Thema, sondern der Augenblick der Bewegung, der mit wenigen Pinselzügen festzuhalten ist. Der Eisvogel im Sturzflug etwa gehört zu den anspruchsvollsten Motiven dieser Art, weil der Körper in der Diagonale gefasst werden muss und die Flügelstellung nur einen Moment lang gilt.

Der Eisvogel im Sturzflug

Kaum ein Motiv der Vogelmalerei ist heikler als der stoßtauchende Eisvogel. Der Körper liegt in der Diagonale, der Schnabel weist auf sein Ziel — ob die Flügel dabei eng angelegt oder weit ausgebreitet sind, unterscheidet die beiden gängigen Auffassungen des Motivs. Beides gilt nur den Bruchteil einer Sekunde und wird von keinem Modell eingenommen. Der Maler muss sie aus der Erinnerung setzen, und er hat dafür wenige Striche. Gelingt es, entsteht ein Bild von großer Spannung; misslingt es, wirkt der Vogel wie fallend statt wie zielend. An der Ausführung von Auge, Schnabel und Schwungfedern lässt sich beim Vergleich mehrerer Arbeiten am schnellsten ablesen, wie sicher eine Hand war.