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Künstler

Sakai Hōitsu

Sakai Hōitsu (酒井抱一, 1761–1829) begründete den Edo-Rinpa. Der Fürstensohn und spätere Mönch übertrug Ogata Kōrins Formensprache in eine von der Haiku-Dichtung geprägte Bildwelt.
Kakemono von Sakai Hōitsu: Winterlandschaft mit Vögeln über kahlen Bäumen, in Tusche gemalt.
Winterlandschaft mit Vögeln – Kakemono von Sakai Hōitsu (酒井抱一), Edo-Rinpa (Ausschnitt)
Auf den Punkt gebracht
Sakai Hōitsu (酒井抱一) war ein japanischer Maler der Edo-Zeit (1761–1829) und gilt als Begründer des Edo-Rinpa. Er stammte als zweiter Sohn aus dem Fürstenhaus Sakai, das die Herren von Himeji stellte, und ließ sich 1797 zum buddhistischen Mönch ordinieren. Ohne je Schüler Ogata Kōrins gewesen zu sein, erschloss er dessen Werk im Selbststudium, richtete 1815 die Feier zu Kōrins hundertstem Todesjahr aus und gab die Bildsammlung Kōrin hyakuzu heraus. Sein Stil verbindet die dekorative Rinpa-Tradition mit der Verknappung der Haiku-Dichtung.

Sakai Hōitsu (酒井抱一): Begründer des Edo-Rinpa

Sakai Hōitsu (酒井抱一, 1761–1829) war ein japanischer Maler der mittleren bis späten Edo-Zeit und gilt als Begründer des Edo-Rinpa (江戸琳派) – jener Ausprägung der Rinpa-Tradition, die sich im 19. Jahrhundert in Edo, dem heutigen Tōkyō, herausbildete. Sein bürgerlicher Name war Sakai Tadanao (酒井忠因).

Vom Fürstensohn zum Mönch: Herkunft, Ordination und Künstlernamen

Hōitsu wurde 1761 als zweiter Sohn des Sakai Tadamochi geboren; die Familie stellte die Fürsten des Lehens Himeji. Als nachgeborener Sohn stand er nicht in der Erbfolge und konnte künstlerischen und literarischen Neigungen nachgehen – eine Konstellation, die in der Edo-Zeit mehrfach bedeutende Maler hervorgebracht hat. 1797, mit 37 Jahren, ließ er sich am Nishi-Hongan-ji zum buddhistischen Mönch ordinieren und erhielt den Rang eines Gon-daisōzu.

Neben dem Namen Hōitsu (抱一), unter dem er heute geführt wird, verwendete er weitere Gō, darunter Toryō (屠龍) sowie den Atelier- und Künstlernamen 雨華庵. Seine malerische Ausbildung begann bei Meistern der Kanō-Schule, unter anderem bei Kanō Takanobu und Kanō Korenobu; später studierte er beim Ukiyo-e-Meister Utagawa Toyoharu. Parallel war er als Haiku-Dichter tätig und der Edo-Tradition in der Nachfolge Takarai Kikakus verbunden – eine literarische Prägung, die für sein Bildverständnis wesentlich blieb.

Die Wiederentdeckung Ogata Kōrins und die Geburt des Edo-Rinpa

Prägend für Hōitsu wurde keine seiner Lehrbeziehungen, sondern das Selbststudium (Shishuku) an den Werken Ogata Kōrins, der rund ein Jahrhundert vor ihm gewirkt hatte. Hōitsu erforschte und verbreitete dieses Werk systematisch: 1815 richtete er die Gedenkfeier zu Kōrins hundertstem Todesjahr aus und gab die Bildsammlung Kōrin hyakuzu (光琳百図) heraus, die Kōrins Kompositionen einem breiteren Publikum zugänglich machte.

Aus dieser Auseinandersetzung entstand kein Nachahmen. Hōitsu überführte Kōrins dekorative Eleganz in eine zurückhaltendere, poetisch-lakonische Bildsprache, in der sich die Verknappung der Haiku-Dichtung spiegelt. Damit begründete er eine eigenständige Linie, die über Schüler wie Suzuki Kiitsu über Generationen weitergeführt wurde.

Jahreszeitenbilder und Blumenmalerei: Hōitsus Hauptwerke

Als Hauptwerk gilt der Stellschirm Sommer- und Herbstgräser (夏秋草図屏風, um 1821/22). Weit verbreitet sind zudem seine Blumen- und Vogelbilder der zwölf Monate (十二か月花鳥図, 1823), die den Jahreslauf in zwölf Hängerollen fassen. Sein Windgott-und-Donnergott-Stellschirm (風神雷神図屏風) antwortet unmittelbar auf die Fassungen Kōrins und Tawaraya Sōtatsus desselben Themas und macht die Kette der Rinpa-Aneignung über drei Künstlergenerationen sichtbar.

Der Edo-Rinpa nach Hōitsu

Hōitsus eigentliche Wirkung setzte erst nach ihm ein. Sein Schüler Suzuki Kiitsu führte die Linie weiter, und über mehrere Generationen entstand in Edo eine Malerei, die Kōrins Formensprache nicht kopierte, sondern in immer neuen Jahreszeitenmotiven durchspielte. Wer auf einem Rollbild des 19. Jahrhunderts wenige Pflanzen vor viel unbemaltem Grund findet, deckend gemalt und doch nicht prunkvoll, steht meist in dieser Nachfolge. Für die Einordnung ist das nützlicher als jede Stilbeschreibung: Der Edo-Rinpa lässt sich an seiner Sparsamkeit erkennen, die ihn von der reicheren Kyōtoer Rinpa-Tradition unterscheidet.

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