Satō Bokudō
Inhaltsverzeichnis
Satō Bokudō (佐藤朴堂): Kalligraf von Zen-Texten
Satō Bokudō (佐藤朴堂) war ein japanischer Kalligraf. Seine überlieferten Arbeiten sind Rollbilder mit kurzen Wendungen aus der Zen-Überlieferung – jene Gattung also, die für das Tokonoma und den Teeraum bestimmt ist und dort den Grundton einer Zusammenkunft bestimmt.
Zui-un: wie Wolken und Wasser
Der Ausdruck Zui-un gehört in den Umkreis jener Wendungen, die das Zen für die Haltung des Übenden gefunden hat: Wolken und fließendes Wasser folgen keinem Plan und stemmen sich gegen nichts. Aus derselben Vorstellung stammt das Wort Unsui für den wandernden Mönch. Als Text auf einer Schriftrolle wirkt eine solche Wendung nicht durch Erklärung, sondern durch Vergegenwärtigung – sie hängt im Raum und stellt eine Frage, die niemand beantworten muss.
Was eine Schriftrolle vom Bild unterscheidet
Bei einer Kalligrafie liegt die ganze Aussage im Zug. Es gibt keine Farbe, keine Komposition im malerischen Sinn und keine Möglichkeit zur Korrektur; das Papier nimmt die Tusche sofort auf. Ablesbar bleibt daher alles: wo der Pinsel angesetzt wurde, wie schnell er lief, an welcher Stelle die Tusche ausging und der Strich aufriss. Wer mehrere Rollbilder vergleicht, achtet zuerst darauf – und erst danach auf den Inhalt des Textes.
Eine Schriftrolle im Wohnraum
Schriftrollen sind nicht auf den Teeraum beschränkt. In der Nische eines Wohnraums wirken sie anders als ein Bild: Sie füllen die Fläche nicht, sondern setzen eine senkrechte Achse, und der leere Grund um die Zeichen gehört zur Wirkung. Für kleine Nischen sind schmale Formate mit einer einzigen Zeile die naheliegende Wahl, weil sie die Höhe betonen, ohne den Raum zu beanspruchen.